Willkommen auf der Gedichtemeile
Willkommen auf der Gedichtemeile

Gedichte und Sketche zum Vortragen für verschiedene Anlässe - In einer Wäscherei

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Gespräch Frauen: Zwei Frauen in einer Wäscherei unterhalten sich.

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Zwei Frauen in der Wäscherei machen Pause

Elisabeth: So Hildegard, jetzt machen wir aber eine Pause!
Hildegard: Ja, das machen wir, lange brauchen wir ohnehin nicht mehr. Ich war nämlich beim Chronologen und der hat mir ein Mikroskop gestellt.
Elisabeth: Das heißt nicht Mikroskop, sondern Horoskop.
Hildegard: Das ist doch egal, also der Horoskopologe hat mir gesagt ...
Elisabeth: Du meinst der Astrologe, der stellt nämlich das Horoskop.
Hildegard: Aber Elisabeth, ein Astrologe ist doch ein Handschriftendeuter.
Elisabeth: Nein Hildegard, ein Handschriftendeuter ist doch ein Grafologe.
Hildegard: Das weiß ich ganz genau, ein Grafologe ist ein Lehrer an der Schule.
Elisabeth: Aber Hildegard, das verwechselst du, ein Lehrer ist ein Pädagoge.
Hildegard: Ein Pädagoge hat was mit der Krankenkasse zu tun. Die haben mich wegen meiner Plattfüße zum Pädagogen geschickt.
Elisabeth: Plattfüße? Da bist du doch sicher beim Orthopäden gewesen.
Hildegard: Das ich nicht lach', ein Orthopäde hat doch was mit der Rechtschreibung zu tun!
Elisabeth: Jetzt hör aber auf, du bringst ja alles durcheinander. Rechtschreibung - das ist doch ein Ortograf.
Hildegard: Hör auf mit dem Ortograf. Diese Brüder habe ich gefressen, da hat einer einmal meine Familie vergrößern wollen!
Elisabeth: Ein Ortograf hat deine Familie vergrößern wollen?
Hildegard: Ja, der hat mit seiner Balalaika knipsen wollen!
Elisabeth: Ich verstehe, der hat deine Familie mit seiner Leica knipsen wollen. Wie kommst du auf Balalaika?
Hildegard: Weil du ballaballa bist. Ich habe es dir bloß verständlich machen wollen.
Elisabeth: Jetzt hör auf, einer der fotografiert ist doch kein Ortograf, sondern ein Fotograf, der mit der Leica knipst!
Hildegard: Also ist das möglich! Fotograf, das ist doch ein Plattenspieler.
Elisabeth: Das war ein Phonograph, heute sagt man Grammofon.
Hildegard: Wie kannst du nur, Grammofon, das ist ein sprachwissenschaftlicher Gelehrter.
Elisabeth: Du bist unmöglich, ein sprachwissenschaftlicher Gelehrter ist ein Grammatiker.
Hildegard: Nein, Elisabeth, mir graust's vor dir. Pass einmal auf, das musst du doch wissen. Ein Grammatiker schreibt doch so schaurige Theaterstücke wie 'Othello oder der Mord war nicht nötig'.
Elisabeth: Du meinst Othello, 'der Mohr von Venedig' und nicht der 'Mord war nicht nötig'. Und das sind Dramatiker, die so was schreiben.
Hildegard: Nein, das stimmt nicht, Dramatiker kriegen keine Luft, wenn sie die Treppe hinaufgehen.
Elisabeth: Hildegard, ich bitte dich, das sind doch Asthmatiker.
Hildegard: Mach keine dummen Witze, Asthmatiker sind arme Leute, die kriegen immer ein Reißen in den Gliedern, wenn es regnet.
Elisabeth: Das sind doch Rheumatiker.
Hildegard: Elisabeth, in Krankheiten kenne ich mich aus, Rheumatiker zucken immer so zusammen.
Elisabeth: Hör jetzt endlich auf mit dem Blödsinn, die, die immer so zusammenzucken sind Neurotiker.
Hildegard: Neurotiker ist mein Bruder, der ist Steuermann auf einem Frachtschiff.
Elisabeth: Ist ja gut, dein Bruder ist ein Nautiker und kein Neurotiker.
Hildegard: Du kannst froh sein, dass der dich nicht hört, der täte dich zum Duett auffordern.
Elisabeth: Aber ich kann doch gar nicht singen.
Hildegard: Singen, von wegen, der tät dich zusammenschießen oder mit dem Säbel aufspießen.
Elisabeth: Ach so, du meinst, der täte mich zum Duell fordern. Wenn zwei sich bekämpfen, dann ist das ein Duell.
Hildegard: Zwei stehen sich nie gegenüber, das sind immer noch zwei dabei und das sind dann also vier oder ein Quartal.
Elisabeth: Vier sind ein Quartett und die singen.
Hildegard: Quartett, dass ich nicht lache, Quartett ist ein Boden, den man kreuz und quer verlegt.
Elisabeth: Aber Hildegard, das ist doch ein Parkett.
Hildegard: Ich will dir einmal etwas sagen. Wenn du einmal in eine bessere Gesellschaft kämst, dann halt lieber deinen Mund, du blamierst dich bloß. Pass auf, ich will's dir erklären, wenn so eine Gesellschaft beisammensitzt, beim Essen und Trinken, das ist ein Parkett.
Elisabeth: Nein Hildegard, das ist ein Bankett, ein Festbankett.
Hildegard: Bankett, das ist im Kino, erstes, zweites, drittes Bankett.
Elisabeth: Spinnst jetzt du oder ich? Der Kinoplatz ist ein Parkett, erstes, zweites oder drittes Parkett.
Hildegard: Du schlägst dich doch mit deinen eigenen Worten. Du hast grad behauptet, das Parkett ist ein Fußboden!
Elisabeth: Und das stimmt ja auch!
Hildegard: Du kannst doch nicht behaupten, dass die Leute im Kino auf dem Fußboden sitzen.
Elisabeth: Meine liebe Hildegard, die sitzen ja auch nicht auf dem Parkett, sondern im Parkett!
Hildegard: Komm jetzt hören wir auf zu streiten. Was ich dich schon lange fragen wollte: Wohin geht's im Urlaub?
Elisabeth: Dieses Jahr geht's an den Bodensee.
Hildegard: Na hoffentlich ist bis dahin der Krieg aus!
Elisabeth: Spinnst du? Dort ist doch kein Krieg.
Hildegard: Ja, wenn ich dir's sag. Hörst du kein Radio?
Elisabeth: Aber sicher, ich hab sogar zwei!
Hildegard: Dann schalt es morgen früh ein. Erst heute morgen haben sie es wieder gebracht. Konstanz - gefallen - fünf
Elisabeth: Oh Hildegard, das ist doch der Wasserstand!
Hildegard: Ach so, dann geh ich mit dir und wir machen eine Kreuzfahrt.

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