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Fundgrube - Gedichte aller Art Schreibuntensil

Fundgrube - Gedichte aller Art

Auf dieser Seite finden Sie Gedichte, die nur sehr schwer in die anderen Rubriken der Gedichtemeile.de einsortierbar waren. Es wäre aber viel zu schade, diese Gedichte nicht veröffentlichen zu wollen.


Schreibuntensil


Himmlisches Kind
(Copyright by Peter Schuhmann)


Der Rittersporn hat sich entblättert
und sein Gewand im Gras verstreut.
Bedröppelt schaut das Mädchenauge,
weil es den nackten Anblick scheut.

Der Mohn täuscht vor, als ob er schliefe,
das Löwenmaul blieb offen stehn.
Und dabei fühlte man nur sachte
ein Lüftchen durch den Garten gehn.


Oktobergefühl
(Copyright by Steffen Talberg)


Bunte Blätter fallen zu Boden
der Herbstwind fegt durch leere Gassen
die Kühle hält von neuem Einzug
kurze, dünne Regenschauer unterbrechen
den melancholisch dahingleitenden Tag
Fensterläden schlagen gegen Wände
ein naßgetränkter, morscher Gartenzaun
bäumt sich zum letzten Male auf
die Früchte, die vergessen wurden
hängen unwirklich an den Bäumen
zu denen sie jetzt nicht mehr gehören
das Alter spaziert mit wissender Gelassenheit
durch die ängstlich anmutenden Parks
die bis zum Winter sich alleingelassen fühlen
kleine Bäche fließen kalt in ihren Betten
den Wandersmann treibt es hinfort
in wärmere Gefilde, er tut´s den Vögeln gleich
die nun gen Süden ziehen
es treibt die Menschen nur noch kurz hinaus
die sich der Wärme ihres Heims erfreuen
nur Kinder toben hier und dort
umhüllt von bunten Sterbensfarben
der eis´ge Winter horcht schon an der Tür
begehrt den bald´gen Einlaß
um all´ der Erde gut und böse
mit seinem weißen Zauber zu bedecken.


Vermisstenmeldung
(Copyright by Peter Schuhmann)


Ich habe ein Gedicht gedacht,
es nur nicht zu Papier gebracht.
Es blitzte blau und roch nach Wiese,
klang wie das Sausen sanfter Brise.
Entfloh des nachts auf Traumes Schwingen.
Wer's findet, mag's mir wiederbringen.




Gorilladame Lou
(Copyright by Antonia Winter)


Es regnet und keiner will's
die Schneck' nützt das Dach unter'm Pilz
der Frosch robbt sich den Stil empor
und hält sich unter'm Blütenflor
Jeder sucht sich gut zu schützen
Was kann ein grosses Tier benützen?

Der Gorilladame Lou
liess der Regen keine Ruh'
Sie fand im grünen Moos
ein Palmblatt riesengross
Es harrt aus die Gorilladame
unter ihrer Regenplane

Der Regen ist schon eine Bürde
ihr Blatt hält sie mit grosser Würde
über ihren Kopf und hofft
dass es nur noch vereinzelt tropft
Sie prüft das mit der einen Hand
schnippt dann die Tropfen ab galant
aber doch auch schon empört -
der Regen hat nicht aufgehört.


Glück und Glas
(Copyright by Peter Schuhmann)


Geborsten liegt dein Glück in bunten Scherben,
Und fragend nimmst du eine in die Hand.
Du blickst sie an und meinst, du müsstest sterben,
Dabei könnt sie im Licht die Welt dir färben,
Und was dein Herz zuvor als trist empfand.


So ist das Leben
(Copyright by Ulrich Koch, im Jahre 2019)


Du wirst geboren aus Mutters Laib,
wirst älter und nimmst dir ein Weib.
Hast alles richtig gemacht im Leben,
doch plötzlich im Körper ein bitteres Beben.
Wachst auf und liegst im Krankenhaus,
zu viel Rauch, Stress und Fett im Bauch.
Die Leber und auch das Herz wollten nicht mehr,
man hat dich gerettet, weiter geht der Blutverkehr.
Du rappelst dich wieder auf und bist erstaunt,
das du noch lebst und dich bewegst, bist gut gelaunt.
Musst anschließend noch zur Reha,
da wartet schon Schwester Thea.
Sie bringt dich wieder auf Trab,
denn die Lebenszeit wird knapp.
66 Jahre bist du schon geworden,
30 Jahre noch, ...dann gestorben.


Habseligkeit
(Copyright by Peter Schuhmann)


Habseligkeit! So heißt das Wort,
das ich vor allen mir erwähle.
Hab' Seligkeit: rät es zu tun,
dass dir's am Nötigsten nicht fehle.

Denn naht der Abschied, bleibt nur sie.
Es fliehen Trug und Weltgedröhn.
Der Seele Heil war's, das du bargst.
HABSELIGKEIT: Das finde ich schön...


Altweiber-Sommer
(Copyright by Bruni Lüdeking)


In der Früh, wenn über Nacht
der Tau sich niederließ,
erwacht in perlenreicher Pracht
das Spinnwebparadies.

Jetzt ist eure Zeit, mit
Geschicklichkeit
spinnt und knüpft ihr im
Bestreben,
den Faden in Vollkommenheit
zum Kunstwerk zu verweben.

Glitzernd wehen weiche Netze
in Wiese, Busch, von Baum zu Baum,
verzieren Grün und graue Plätze,
wie Schmuckgebilde anzuschaun.

Fast würdevoll strahlt im Geäst
ein Riesenrad im Sonnenlicht,
die Silberfäden straff und fest -
Bahn um Bahn, dicht an dicht.

Spinnen an den zarte Weben
fliegen wabernd durch die Luft.
Entfesseltes Altweiberleben,
würziger Septemberduft.


Memento Mori
(Copyright by Peter Schuhmann)


Am Tisch vorm Fenster lag ein Blatt,
das mir der Wind hereingetragen.
Ihm eingebrannt schien ein Poem
aus wechselvollen Lebenstagen.

Ich las vom Knospen und vom Grünen,
von Sonne, Regen, Sturm und Ruh.
Vom Schmerz des voneinander Lösens,
vom Fall und jenem immerzu ...


Zauberblume
(Copyright by Peter Schuhmann)


Du bist die schönste aller Blumen
In Gottes Garten ringsumher.
Dein Bild ist Urbild alles Schönen,
Dein Duft beschämt das Blumenmeer.

Deine Gestalt trinkt Tau des Himmels,
Und deine Haut blüht blütenweich.
Wem du dich öffnest, der verfällt dir,
Und taumelt in ein Traumesreich.


Sandbank
(Copyright by Peter Schuhmann)


Auf der Sandbank in der Nordsee
Liegt die Robbe still und träumt,
Von dem Sandstrand tief im Süden
Den das Meer türkis umsäumt.

Auf der Sandbank in der Nordsee
Ist der Platz der Robbe leer.
Denn die Träume ziehen weiter,
wie die Wolken übers Meer.




Heimweh
(Copyright by Peter Schuhmann)


So träumerisch blaute der Tag,
So warm flaute die Luft,
Und klarer als je schien das Licht,
Und alles trug ein Duft,
Als ob die Sehnsucht Blume wär’,
Atmete ich ihr Weh.
Mir war, als spräche tief in mir,
leis eine Stimme: "Geh!"