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Gedichte, die in den anderen Rubriken nicht passen

Gemischte Lyrik aller Art

Viele schöne Gedichte zu verschiedenen Themen von bekannten Dichtern.

Lesende Frau am Strand

Romantische Natur
(Copyright by Ella Gondek)


Am Waldesrand, fernab der Straßen
steht ein altes Bauernhaus.
Mit seinen schön bemalten Türen
sieht es wie im Märchen aus.
Am Eingangstor blüh´n Heckenrosen
mit unvorstellbar süßem Duft.
Doch auch ein Hauch von Mandelblüten
weht durch die himmelblaue Luft.

Inmitten einer grünen Wiese
liegt ganz verträumt ein kleiner Teich.
Umrahmt von vielen bunten Blumen
verzaubert er das Alpenreich.

In seinem reinen klaren Wasser
spiegelt sich der Berge Glanz.
Ich band mir einst an seinem Ufer
einen zarten Blütenkranz.

Wie oft denk ich mit leiser Freude
an dieses Kleinod der Natur
und schaue sinnend in die Ferne
mit einer kleinen Wehmut nur.


Der Bettler
(I. Kunath)


Im eisig kalten Morgengraun
da blickte ich durch's Tor
und was ich sah ihr glaubt es kaum,
ein Bettler stand davor.

Der Regen fiel auf ihn herab,
mein Herz fing an zu klagen
Ich nahm mein Kleid und ging hinab;
was sollte ich ihn fragen?

Der Mann der da im Regen stand,
zerlumpt und so zerrissen,
ich Mitleid nur für ihn empfand,
wie bang war mein Gewissen.

Ich sah ihn an, sein Weg war hart,
die Wunden ich nicht zählte,
doch durch sein Herze zogen zart
die bunten Farben seiner Seele!


Ein wunderschönes Video mit animierten Hintergrundbildern zum Thema "Gedichte - Der Zauberwunsch". Lassen Sie sich einfach überraschen. Es lohnt sich.


Resumee
(Heide Kunz-Traubert)


Schwarz gehauchte Buchstaben
bleiben kleben an gehörlosen Wänden.

Letzte Hoffnungskrümel
werden unter den Teppich gekehrt.

Hinausgeworfene Blicke
zerschmettern in toten Winkeln -
der letzte wird ans Fensterkreuz genagelt

Gekränkte Eitelkeit
ist längst verblutet neben verletztem Stolz.

In leeren Stundenbetten
Zeitspuren,
zähflüssig geronnen und versickert
im Vergangenheitskanal.

Und gerahmte Sehnsucht lächelt -
staubfrei
hinter Glas.


Ein Herz für meinen Berg
(Bärbel Herfort)


Der Oybin im schönen Tale
wildromantisch anzuseh\'n,
von alten Sagen dicht umwoben
kann man ihn nicht wiedersteh\'n.

Täglich grüß ich ihn vom Fenster
stumm gibt er den Gruß zurück,
auch in trüben Jahreszeiten
bleibt er für mich der schönste Blick.

Möchte man ihn mal erklimmen
sollte es zu Fuß rauf geh\'n,
um die Vielfalt zu genießen
bleibt man oft am Wege steh\'n.

Endlich oben angekommen
ist es geheimnisvoll und still,
und man spürt mit einen Male
was der Berg bewirken will.

Ehrfurchtsvoll die alten Mauern
die im kühlen Schatten steh\'n,
sind noch Zeuge alter Schönheit
und die Zeit half übersteh\'n.

Leise schreiten durch die Gräber
in den Bäumen rauscht der Wind,
und es kommt uns der Gedanke
das wir nur Gast auf Erden sind.

Eingebettet in den Felsen
zieht uns das Wasser magisch an,
und die steten Tropfen zeigen
das es nie versiegen kann.

Noch erfüllt von diesen Zauber
schaut man runter tief ins Tal,
kehrt ein der innerliche Frieden
denn diesen Berg gibt\'s es nur einmal.....


Trostlos
(Heide Kunz-Traubert)


brütendes Schicksal
haftet auf vergammelten Tapeten
schwerer Atem
gibt Pilzen an den Wänden
die Sporen
Flohzirkus bezieht Stellung
in entweihten Bettlaken
verschmähte Kost
trachtet abfällig
Flaschengeister
spuken im Minutentakt
abgehustete Verzweiflung
flüchtet schwindsüchtig
ins Nichts
Gleichgültigkeit
hält sich blinden Spiegel vor.
Der Gefühlsberg
hat schon lange abgenommen,
der Müllberg wächst weiter.


Neben mir
(©Anita Menger 2009)


Am Fuß der Treppe bleib ich steh´n
Ich auch und zwar gleich neben mir
Dreh mich herum mich anzuseh´n
Frag mich verdutzt: "Was wollt´ ich hier?"

Natürlich weiß ich´s wieder nicht
Es fällt mir einfach nicht mehr ein
Bring in die Dunkelheit kein Licht
Entnervt lass ich das Grübeln sein.

Leis' schimpfend gehe ich hinauf
Doch oben dann – das ist ja klar
Komm ich urplötzlich wieder drauf
Warum ich eben unten war.
Trotz meinem Groll geh ich in mich
Ich werde älter geb´ ich zu
Empört ruft da mein zweites Ich:
“Bei mir ist´s Stress – Alt wirst nur du!“

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Es wurmt
(Roman Herberth)


Im Apfel lebt ein kleiner Wurm.
Er haust geschützt vor Frost und Sturm.
Und nascht aus purer Langeweile
genüsslich süße Apfelteile.

Das meiste bleibt vom Apfel heil.
Jedoch der Punkt am Oberflächenteil
besagt, dass hier ein Würmchen wohnt.
Der Kern vom Apfel bleibt verschont.

Ein Wurm im Apfel schafft Verdruss.
Der Apfel selbst - ein Hochgenuss.
Es wurmt am Anfang. Doch am Ende,
ergreift man ihn und zwar behende.

Das Würmchen isst man schmatzend mit.
Ich wünsche \"Guten Appetit!\"


Pfui Spinne
(©Anita Menger 2009)


Gestern ist mir was passiert
Hab geputzt vor meiner Tür
Da kam schnell und ungeniert
Auf mich zu ein Spinnentier
Kroch heraus aus ihrem Eck
Mann, das war vielleicht ein Schreck.

Sitzt und sieht mich drohend an
Meiner Hand gefährlich nah
Die ich nicht mehr rühren kann
Stehe eingefroren da
Mein Gehirn ist leergefegt
Bis sie wieder sich bewegt.

Ich – noch ganz aufs Tier fixiert
(´s krabbelt auf die Haustür zu)
Hab spontan nun reagiert
Dachte bei mir: „Bloß nicht du!
Kommst mir nicht ins Haus hinein!“
Schloss die Tür - da fiel mir ein …

Meine Schlüssel stecken innen
Mann oh Mann – ich hasse Spinnen!


Schenken
(Joachim Ringelnatz)


Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
sodass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk
du selber bist.

Guten Morgen...
(Heide Kunz-Traubert)


in der gefüllten Zuckerdose klumpt sich der Inhalt zu weißen Kristallen.
(Der Teelöffel ist wieder mal fremdgegangen).
Die Marmelade auf dem Brötchen hält Hochzeit mit der Butter.
Durch die Löcher jungen Goudas gähnen die Salamischeiben.
In den Spiegeleiern badet die Sonne, und im Kaffee gehen langsam die Schweißperlen unter.
Entspannung steigt am Frühstückstisch
nicht nur die Servietten können sich entfalten.
Ich habe verstanden
und lasse eine Messerspitze süßen Glücks aus dem Honigglas
langsam auf der Zunge zergehen

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Meeresstrand
(Theodor Storm)


Ans Haff nun fliegt die Möwe
und Dämmerung bricht herein;
über die feuchten Watten
spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
neben dem Wasser her;
wie Träume liegen die Inseln
im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlanmmes
geheimnisvollen Ton;
einsames Vogelrufen -
so war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
und schweiget dann der Wind;
vernehmlich werden die Stimme,
die über der Tiefe sind.


Tag
(Ariane Pérez-Effinger)


Riech´
das frische Gras,
das unter dir grünt,
wächst,
spüre wie es atmet
deine Sinne betört
im sanften Frühlingswind,
fühle endlose Verbundenheit,
höre den zarten Klang
der Ouvertüre
wie es sich bewegt
in dir
berühre den frischen Halm
mit deiner Hand,
öffne deine Augen
halte ihn,
betrachte sein Wesen
im Licht der Mittagsonne,
streiche
über deine Wange,
spüre
dieser seichte Traum
ist Tag.


Nachtgedanken
Rainer Maria Rilke)


Weltenweiter Wanderer,
Walle fort in Ruh ...
Also kennt kein anderer
Menschenleid wie -du.

Wenn mit lichten Leuchten
du beginnst den Lauf,
schlägt der Schmerz die feuchten
Augen zu dir auf.

Drinnen liegt - als riefen
sie dir zu: versteh! -
tief in ihren Tiefen
eine Welt von Weh ...

Tausend Tränen reden
ewig ungestillt,
und in einer jeden
spiegelt sich dein Bild.


Sehnsucht
(anonym)


Am Neumarkt im Abendsonnenschein
stand ein Jüngling ganz allein ...
Wo mag sie wohl bleiben heut abend so lang
denkt der Jüngling im Herzen so bang -
steht sie wohl wieder am Altmarkt und träumt,
weil sie am Neumarkt so unbeirrt und
sehnsuchtsvoll erwartet wird?

Jedoch - da naht sie im abendlichen Schein -
da biegt sie gerade die Sonnenstraße ein ...
sie ist es, sie kommt, ich sehe sie nahn -
die so lang und heiß ersehnte ...
"Straßenbahn"

(Haltestellen sind austauschbar)


Herzenslust
(Anne-Liese Peters)


Mit Herzenslust und einem frohen Lachen,
kann ich viele Dinge machen.
Mit Herzenslust, fühl ich mich der Musik verbunden,
tanze glücklich viele Stunden.
Mit Herzenslust, wir schöne Lieder singen,
dem Menschen recht viel Freude bringen.
Ich spüre Herzenslust, wenn Blumen ihren Duft verströmen
und unsere Augen und Sinne sehr verwöhnen.
Mit Herzenslust, ich auf meine Kinder und Enkel sehe,
glücklich an ihrer Seite gehe.
Herzenslust, auch beim warmen Sonnenstrahl,
er erreicht den Berg und auch das tiefe Tal.
Jede Menge Herzenslust, verspüre ich in meiner Brust.

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Zwei Augen
(anonym)


Zwei Augen, ach zwei Augen, die haben mich
geschafft- da ich nicht ruhen konnte
bei Tage und bei Nacht.

Zwei Augen, ach zwei Augen,
die liegen mir im Sinn -
seit jenem Samstagabend
ist meine Ruh dahin.

Zwei Augen, ach zwei Augen,
die machen mir Verdruß -
es sind zwei Hühneraugen -
an meinen rechten Fuß!


Meeresstille
(Johann Wolfgang von Goethe)


Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuern Weite
Reget keine Welle sich.

Der Fluss
Bärbel Herfort


Grüne Weiden am alten Fluss
sind Zeugen vom intakten Leben,
Wasser gibt er ihnen im Überfluss
Natur heißt nehmen und geben.

Mal gemächlich, mal schnell so fließt er dahin
rollt über Kiesel und Steine,
er kennt seinen Weg seid Jahren schon
denn das Flussbett schuf er sich alleine.

Durch Hügel und Täler geht es bergab
fließt im Einklang seinen Ziele entgegen,
hinterlässt eine Spur von satten Grün
auf allen seinen Wegen.

Mit tosender Brandung empfängt ihn das Meer
vereint sich zu neuen Leben,
beendet sein Weg ohne Wiederkehr
vorbei nun sein ganzes Bestreben.


Drei Bitten
(Emanuel Geibel)


Drei Bitten hab ich für des Himmels Ohr,
die send ich täglich früh und spät empor:
Zum ersten, daß der Liebe reiner Born
mir nicht versieg' in Ungeduld und Zorn;
zum zweiten, daß mir, was ich auch vernahm,
ein Echo weck, ein Lied in Lust und Gram;
zum dritten, wenn das letzte Lied verhallt
und wenn der Quell der Liebe leiser wallt,
daß dann der Tod mich schnell mit sanfter Hand
hinüberführ in jenes bessre Land,
wo ewig ungetrübt die Liebe quillt,
und wo das Lied als einz'ge Sprache gilt.


Rose, du thronende...
(Rainer Maria Rilke)


Rose, du thronende, denen im Altertume
warst du ein Kelch mit einfachem Rand.
Uns aber bist du die volle zahllose Blume,
der unerschöpfliche Gegenstand.

In deinem Reichtum scheinst du wie Kleidung um Kleidung
um einen Leib aus nichts als Glanz;
aber dein einzelnes Blatt ist zugleich die Vermeidung
und die Verleugnung jedes Gewands.

Seit Jahrhunderten ruft uns dein Duft
seine süßesten Namen herüber;
plötzlich liegt er wie Ruhm in der Luft.

Dennoch, wir wissen ihn nicht zu nennen, wir raten ...
Und Erinnerung geht zu ihm über,
die wir von rufbaren Stunden erbaten.

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Die Stotterschule
(von K.Blecher)


Schmidt's Heiner stand am Kölner Dom
bei seinem pensionierten Ohm (Onkel).
Gleich neben ihm war ein Mann,
der war stets am Stottern dran.
Dieser sprach hin und fragte her,
wo denn die Stotterschule wär ?
Wie er dann noch zu guterletzt
Stotternd mit Schmidt's Heiner schwätzt,
sagt der dem Mann in aller Ruh:
"Du brauchst keine Schul, Du kannst es schon!"


Die Möwe und mein Herz
(Theodor Storm)


Hin gen Norden zieht die Möwe,
hin gen Norden zieht mein Herz;
fliegen beide aus mitsammen,
fliegen beide heimatwärts.

Ruhig, Herz! Du bist zur Stelle,
fliegst gar rasch die weite Bahn;
und die Möwe schwebt noch rudernd
überm weiten Ozean.


Im Walde
(copyright by Konstantin K.)


Ich gehe die krummen Wege
Und irre nur herum,
Es brodelt drin, in meiner Seele,
Und mein Verstand ist stumm.

Ich sitze nun im Walde,
Auf einem Stein, in Ruh’,
Sie komme nicht so balde,
Sie komme nie, Uhu?!

Ich spreche alle Tiere,
Ich spreche ueber meine Lieb’,
Sie halten mich fuer Irre,
Ich habe keinen Trieb.

Erlahmt sind meine Kraefte
Vergangen – meine Zeit,
So dunkel sind die Naechte,
Verbracht in Einsamkeit.

Ich schlafe nun am Steine,
Ich suche meinen Trieb.
Ich knie ihr auf die Beine,
Sie hat mich doch nicht lieb!


Verflixte Fremdwörter
(Eingesendet von Mathias Pollmann)


Der Schreinermeister Nudelbrett,
ging ins Konzert -warum auch nett ?-
Einen grossen Auftrag hatte er bekommen,
nun wollte er dem Kunstsinn frommen.
Er ging also wie ein feiner Mann
und hörte sich die Musik mal an.
Doch kaum hatte er sich hingesetzt,
so hält sein Nachbar schon ein Geschwätz.

"Ist hier nicht die Akustik schlecht ?"
"Ich glaube darin hab' ich doch Recht !"

Nun wird der Meister doch verlegen -
Auf Hobeln, Meisseln, Feilen und Sägen
darauf verstand er sich, doch das
auf solch ein Geschwätz war er nicht gefasst.
Denn das es hier Akustik gibt,
so weit gingen seine Begriffe nicht.
Er schnüffelte, fing an zu schnaufen
und sagte: "Damit kann ich mir hier nix kaufen!"


Im Zuge
(Wilhelm Busch)


Der Pfiff ertönt. Die Glocke schlug.
Fort schlängelt sich der Bummelzug.
Vorüber schnell und schneller tanzen,
Durch Draht verknüpft zu einem Ganzen,
Die schwesterlich verwandten langen
zahlreichen Telegraphenstangen.

Der Wald, die Wiesen, das Gefilde,
Als unstet wirbelnde Gebilde,
Sind lästig den verwirrten Sinnen.
Gern richtet sich der Blick nach innen.
Ein leichtes Rütteln, sanftes Schwanken
Erweckt und sammelt die Gedanken.
Manch Bild, was sich versteckt vielleicht,
Wird angeregt und aufgescheucht.


Die Stadt
(Theodor Storm)


Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

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Befriedigt
(Wilhelm Busch)


Gehorchen wird jeder mit Genuß
Den Frauen, den hochgeschätzten,
Hingegen machen uns meist Verdruß
Die sonstigen Vorgesetzten.

Nur wenn ein kleines Mißgeschick
Betrifft den Treiber und Leiter,
Dann fühlt man für den Augenblick
Sich sehr befriedigt und heiter.

Als neulich am Sonntag der Herr Pastor
Eine peinliche Pause machte,
Weil er den Faden der Rede verlor,
Da duckt sich der Küster und lachte.


Die Tugend
(Wilhelm Busch)


Die Tugend will nicht immer passen,
im Ganzen lässt sie etwas kalt,
und dass man eine unterlassen,
vergisst man bald.

Doch schmerzlich denkt manch alter Knacker,
der von vergangnen Zeiten träumt,
an die Gelegenheit zum Laster,
die er versäumt.


Requiem
(Conrad Ferdinand Meyer)


Bei der Abendsonne Wandern
Wann ein Dorf den Strahl verlor,
Klagt sein Dunkeln es den andern
Mit vertrauten Tönen vor.

Noch ein Glöcklein hat geschwiegen
Auf der Höhe bis zuletzt.
Nun beginnt es sich zu wiegen,
Horch, mein Kirchberg läutet jetzt!

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Tage
(Betti Fichtl)


Purpurne Wolkenfeuer
züngeln
an dem
ausgelebten Tag.

Verrauchen
in einer
dämmerblauen Endlichkeit
und die farbigen Tagspitzen
scheinen nur
als Gewesenes
in die
der Zeit.

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Goldige Ferienzeit
(Lidwina Bilgerig)


Manchmal braucht
Der Mensch auch Ferien.
Warum denn nicht
Würde man sagen,
Denn an manchen
Grauen Tagen
Sieht er die Sonne nicht.

Nun will er fahren in den Süden,
Wo immer Sonne ist.
Steigt also in den Flieger
Und lässt die Arbeit wo sie ist.

Sitzt ganz geschwinde
An dem Strand.
Der Mensch will braun
Auch werden,
Die zu Hause im Gewand
Sollen neidisch werden.

Plötzlich packt ihn Langeweile.
Immer nur Strand ist ihm zu wenig.
Sonne hat ihm die Haut verbrannt.
Die Ferien dauern ewig.


Unsere Umwelt
(Ella Gondek)


Ich habe hinter einem Felsen
mein erstes Edelweiß geseh´n.
Mit seinen samtig weichen Blättern
ist es einfach wunderschön.
Auch Enzian und Anemonen
runden dieses Bildnis ab.
So eine Harmonie von Farben
ich noch nie gesehen hab.

Ich sitz auf einem kleinen Hügel
und große Wehmut ist in mir.
Wenn ich nach Jahren wiederkomme
sind diese Blumen dann noch hier?
So eine unberührte Wildnis
die Heimat vieler Tiere ist.
Ihr Lebensraum wird immer kleiner,
bis er mal ganz verschwunden ist.

Wie hat sich uns´re Welt verändert,
gar viele Pflanzen gibt´s nicht mehr.
Wo früher saftig grüne Wiesen
steht heut ein graues Häusermeer.
Die Gletscher schmelzen immer schneller,
verseuchte Flüsse, welch ein Graus.
Auch abgeholzte Regenwälder,
wie schlimm sieht uns´re Welt schon aus.
Sehr viele Tonnen Lebensmittel,
die noch gut und essbar sind,
landen in den Müllcontainern,
statt zu manchem hungernd´ Kind!
Drum mein Appell an alle Menschen:
Zerstört nicht unsere Natur.
Sie ist und bleibt die Lebensader.
Wir haben diese eine nur!


"Hoffnungsvoll" ist das Wort in meiner Familie, es begleitet uns in vielen Situationen.
(Anne-Liese Peters)


Hoffnungsvoll, auf allen Wegen,
mit viel Glück und Gottes Segen.
Hoffnungsvoll,ich aus dem Fenster sehe
und durch meinen Garten gehe.
Hoffnungsvoll, schau ich zu Sonne, Mond und Sterne,
grüße die Lieben in der Ferne.
Hoffungsvoll, hör ich vom Enkel alle Fragen,
habe viel dazu zu sagen.
Hoffnungsvoll, möcht ich verändern diese Welt,
mehr Menschlichkeit und nicht das Geld.
Hoffnungsvoll,hör ich all die Vögel singen,
wie viel Freude sie mir bringen.
Hoffnungsvoll,ich in den Briefkasten schaue
und auf liebe Grüße baue.
Hoffnungsvoll, schlage ich auf ein Buch,
gute Worte gibt es nie genug.
Hoffnungsvoll, bringe ich diese Zeilen zu Papier
und hoffe, sie gefallen dir.


Ängste
(Eingesendet von Konstantin Kostadinov)


Warum sind wir auf dieser Welt geboren?
Oder jemand hat uns hier verloren?
Ständig laufen wir herum,
Und selber wissen nicht - warum?
Wir sind geworden, wie Roboter,
Das Leben wird uns bald verboten!
Wir sind geworden, wie Maschinen,
Die uns regieren und wir marschieren.
Uns die Schritte sie befehlen,
Auf die wir weiter gehen.
Eines Tages müssen wir uns verbergen,
Aus Angst vor den Maschinen wir zu sterben!
Dann wird es kein Versteck fuer uns mehr geben,
Um die schlimmsten Tage der Geschichte zu erleben!
Sie waren längst vorausgesagt,
Uns're Kräfte sind erlahmt und haben versagt.
In grossen Dimensionen da die Menschheit wächst,
Von den Maschinen sind wir fast verhext!
Damit von denen wir uns befreien können,
Müssen wir uns mit ihnen wissen zu versöhnen!
In Einklang sollen wir dann zusammenleben,
Damit die Welten nicht mehr beben!
Kein'n Fortschritt mehr in der Technik machen,
Sonst werden sie uns überwachen!
Und am Ende möchte ich die Worte erben:
Der Mensch bleibt "Mensch" und werde nie versterben!!!


Im Alter
(Reinhard Blohm – Brettin 2012)


Der Morgen ist so jung, bunt und schön;
farbig Frühlingsblüten, Augen müde`, wollen es sehn.

Der alte Kirschbaum strahlt in weiß und rosa Blütenpracht;
du bist alt und der Tag ist oft für Dich die Nacht.

Du bist einsam und oft allein; kein Platz für das Alter auf Erden;
Dein Lachen ist tot und Du möchtest gerne sterben.

Rechte, so die Behörden - sind nicht mehr für Dich da;
geh` aus unseren Augen, unsere Ruh`, ist dann wunderbar.

Regen, Sonne - es ist als wäre der Tag ewig grau und leer;
Freude, für die gibt es keine Hoffnung mehr!

Liebe, doch auch Hass und Gier bestimmen das Leben,
doch in späteren Generationen, wird gewiss das Altern schön!

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Streite nicht mit mir
(© Patty Patrick, Dezember 2007)


Willst Du Dich mit mir streiten,
dann kannst Du was erleben.
Auch ich kann auf Prinzipien reiten
und Dir gut Widerworte geben.

Und wage nicht, mich anzugreifen,
weil ich in Dichtung gern beschreibe.
Auf Deinen Ruf kannst Du dann pfeifen,
während ich genau die Gleiche bleibe.

Es wird Dir schlecht bekommen,
ich schreibe Alles nieder.
Die Bosheit wird Dir dann genommen -
Du findest Dich auf Zeitungsseiten wieder.

Ich bin gekommen in friedlicher Absicht
und wollt’ Dir was erzählen.
Ich wollt’ Dich sehen, etwas zeigen und nicht,
um mich mit Streit herumzuquälen.

Also - lass auch die andere Meinung gelten,
hab’ Verständnis für das, was ich gern mache.
Wir leben in verschiedenen Welten –
und das ist eine gute Sache.

Dabei kann Jeder von uns lernen,
dass Unterschiede und Gemeinsamkeiten
uns nicht trennen oder entfernen,
sondern verbinden in schweren Zeiten.

Lass Dir das eine Warnung sein,
ich mein’ das nicht im Scherz.
Gib mir die Hand, bring’ Freundlichkeit herein
und höre auf Dein Herz.