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- Mondgedichte -

Gedichte zum Abend und zur Nacht

Liebe Worte zur guten Nacht

Der Mond, der auch nicht recht mehr munter,
hüllt sich in Wolken und geht unter.

(Wilhelm Busch)

Weitere schöne Gedichte über den Mond finden Sie unten:

Ein Mondaufgang

Der Mond
(© Christian Karusseit)


Stets reise er duch Raum und Zeit.
Entfesselt von der Endlichkeit,
sah er jeden Berg und jedes Meer.
Kein Gedanke, dass er ihnen näher wär.

Umreise er weiterhin die ganze Welt,
aufdass er keine Nacht versäumt.
Sei er nachts bei uns, und des Tages verträumt.
Nie sah ihn jemand schlafen. Scheinbar ewig wach,
für uns so stark, doch in Wahrheit schwach.
So steht er da. Wie zu der Liebe ein wahrer Mann.
Und eben wie die Liebe,
zieht er mich Nacht für Nacht in seinen Bann.

Schaue er auf uns, wie wir auf ihn.
Möge er auf Ewig vor dem Lichte fliehen.
Und am Himmel seine Bahnen ziehen.


Der Mond
(Heinz Müller)


Er zieht seine Kreise
bei Kälte und Nacht,
es ist der Mond, der Geselle -
er hat die Nacht zum Tag gemacht.

Eine Wolke will ihn ärgern,
kitzelt schelmisch sein Gesicht,
muss niesen der Alte -
na siehst du es nicht!

Jetzt lacht er schallend,
dass es dröhnt,
der Sturm ist es,
der die Wipfel schüttelt und hundertfach tönt.


Nachts
(I. Kunath)


Des Nachts bei kühlem Sternenschein
da glaubte ich zu träumen.
Ich ging allein durch Wald und Feld
und lauschte still den Bäumen.
Es schien als würden weinen sie
in klarer Sternennacht,
bald eine laute Stimme schrie
aus ganzer Leibeskraft.
Schon stimmten alle Bäume
in dieses Klagen ein,
durchdrangen alle Träume
bis in mein Kämmerlein.
Erschaudernd blickte ich hinauf
ins Sternenlicht der Nacht
und plötzlich ward in meinem Herzen
ein Feuer hell entfacht.
Ich glaubt zu spüren, dass der Wind
die Schreie fortgetragen.
Der Tag bricht an, kein Mensch vernimmt
die Schmerzen und die Klagen.


Der Mond
(Kathinka Zitz)


Wenn die Schäferflöte
Sanfte Lieder tönt,
Und die Abendröthe
Das Gefild verschönt,

Tritt im Silberglanze,
Aus dem Wolkenchor,
Mit dem Sternenkranze,
Still der Mond hervor.

Lächelt dann voll Milde,
Auf die Welt herab;
Hellet Luftgefilde,
Hellt das stille Grab.

Lockt mit seinen Strahlen
Frieden in die Brust!
Mildert Schmerz und Qualen,
Giebt uns süße Lust.

Ach! in Wehmuthsträume
Er so gerne wiegt,
Daß in beßre Räume
Auf die Seele fliegt.

Ruft der Kinderjahre,
Längst entschwund´nes Glück!
Ihre Festaltare
Rufet er zurück.

Zeiget unsern Blicken
Wesenhalb verhüllt;
Zeiget, o Entzücken,
Ferner Lieben Bild.

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An den Mond
(Johann Wolfgang von Goethe)


Schwester von dem ersten Licht,
Bild der Zärtlichkeit in Trauer,
Nebel schwimmt mit Silberschauer
Um dein reizendes Gesicht.
Deines leisen Fußes Lauf
Weckt aus tagverschloßnen Höhlen
Traurig abgeschiedne Seelen,
Mich, und nächt'ge Vögel auf.

Forschend übersieht dein Blick
Eine großgemeßne Weite.
Hebe mich an deine Seite,
Gib der Schwärmerei dies Glück!
Und in wollustvoller Ruh
Säh' der weitverschlagne Ritter
Durch das gläserne Gegitter
Seines Mädchens Nächten zu.

Dämmrung, wo die Wollust thront,
Schwimmt um ihre runden Glieder.
Trunken sinkt mein Blick hernieder-
Was verhüllt man wohl dem Mond!
Doch was das für Wünsche sind!
Voll Begierde zu genießen,
So da droben hängen müssen -
Ei, da schieltest du dich blind!


Ahnungen
(Wieland)


Der Mondschein hat dies eigen, wie uns deucht,
Er scheinet uns die Welt der Geister aufzuschließen:
Man fühlt sich federleicht,
Und glaubt in Luft dahinzufließen;
Der Schlummer der Natur hält rings um uns herum
Aus Ehrfurcht alle Wesen stumm;
Und aus den Formen, die im zweifelhaften Schatten
Gar sonderbar sich mischen, wandeln, gatten,
Schafft unvermerkt der Geist sich ein Elysium.
Die Werktagswelt verschwindet. Ein wollustreiches Sehnen
Schwellt sanft das Herz. Befreit von irdischer Begier
Erhebt die Seele sich zum wesentlichen Schönen,
Und hohe Ahnungen entwickeln sich in ihr.

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Mondlicht
(Theodor Storm)


Wie liegt im Mondenlichte
Begraben nun die Welt;
Wie selig ist der Friede,
Der sie umfangen hält!
Die Winde müssen schweigen,
So sanft ist dieser Schein;
Sie säuseln nur und weben
Und schlafen endlich ein.

Und was in Tagesgluten
Zur Blüte nicht erwacht,
Es öffnet seine Kelche
Und duftet in die Nacht.

Wie bin ich solchen Friedens
Seit lange nicht gewohnt!
Sei du in meinem Leben
Der liebevolle Mond!


Buhle
(Heinrich Heine)


Die Lotosblume ängstigt
Sich vor der Sonne Pracht,
Und mit gesenktem Haupte
Erwartet sie träumend die Nacht.

Der Mond, der ist ihr Buhle,
Er weckt sie mit seinem Licht,
Und ihm entschleiert sie freundlich
Ihr frommes Blumengesicht.

Sie blüht und glüht und leuchtet,
Und starret stumm in die Höh`;
Sie duftet und weinet und zittert
Vor Liebe und Liebesweh.


Mondnacht
(Joseph Freiherr von Eichendorff)


Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.


Dem aufgehenden Vollmonde
(Johann Wolfgang von Goethe)


Willst du mich sogleich verlassen!
Warst im Augenblick so nah!
Dich umfinstern Wolkenmassen,
Und nun bist du gar nicht da.

Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
Blickt dein Rand herauf als Stern!
Zeugest mir, daß ich geliebt bin,
Sei das Liebchen noch so fern.

So hinan denn! hell und heller,
Reiner Bahn, in voller Pracht!
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,
Überselig ist die Nacht.


Der Mond kommt still gegangen
(Emanuel Geibel)


Der Mond kommt still gegangen
Mit seinem goldnen Schein,
Da schläft in holdem Prangen
Die müde Erde ein.

Im Traum die Wipfel wehen,
Die Quellen rauschen sacht,
Singende Engel durchschweben
Die blaue Sternennacht.

Und auf den Lüften schwanken
Aus manchem treuen Sinn
Viel tausend Liebesgedanken
Über die Schläfer hin.

Und drunten im Tale, da funkeln
Die Fenster von Liebchens Haus;
Ich aber blicke im Dunkeln
Still in die Welt hinaus.

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Mondendinge
(Christian Morgenstern)


Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.

Heulend fletschen sie die Zähne
auf der schwefligen Hyäne.

Aus den Kratern aber steigt
Schweigen, das sie überschweigt.

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien...


Gute Nacht
(© Hans-Josef Rommerskirchen)


Lieber Gott ich bin nicht heilig,
hab's mit dem Beten auch nicht eilig.
Darum bet'ich mit bedacht,
schließ ins gebet die Mutter ein,
schenk ihr eine gute Nacht,
und lass mich morgen fröhlich sein.
Gemächlich mach ich nun in Ruh,
meine beiden Äuglein zu.


Ritt im Mondenschein
(Achim von Arnim)


Herz zum Herzen ist nicht weit
Unter lichten Sternen,
Und das Aug` vom Tau geweiht,
Blickt zu lieben Fernen;
Unterm Hufschlag klingt die Welt,
Und die Himmel schweigen,
Zwischen beiden mir gesellt,
Will der Mond sich zeigen.

Zeigt sich heut in roter Glut
An dem Erdenrande,
Gleich als ob mit heißem Blut
Er auf Erden lande,
Doch nun flieht er scheu empor,
Glänzt in reinem Lichte,
Und ich scheue mich auch vor
Seinem Angesichte.


Süsser Mond
(Heinrich Heine)


Nacht liegt auf den fremden Wegen,
Krankes Herz und müde Glieder;
Ach, da fließt wie stiller Segen,
Süßer Mond, dein Licht hernieder.

Süßer Mond, mit deinen Strahlen
Scheuchest du das nächt`ge Grauen;
Es zerrinnen meine Qualen,
Un die Augen übertauen.

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