Der
Stuhl
(Diese
Geschichte kann einzeln oder auch mit mehreren Personen vorgetragen
werden. Wobei die Geschichte mit unterschiedlichen Stimmen am
besten ankommt.)
Auf
vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame möchten wir heute
die Geschichte vom Stuhl erzählen.
Hier
ist sie:
Eine
biedere Frau aus dem Volke verspürte Bauchweh und beschloß,
einen Arzt zu konsoltieren. Der gute Doktor untersuchte und
betastete sie. Er schüttelte weise sein Haupt und sagte
"Liebe Frau, bringen Sie mir morgen mal Ihren Stuhl!"
Die
Frau, nennen wir sie mal Emma, wnkte mit leiderfüllten
Antlitz nach Hause und sagte zu Ihrem Mann: " Das ist vielleicht
ein komischer Doktor. Ich soll ihm ein von unseren Stühlen
bringen. Aber die sind doch so zerschlissen, dass wir uns blamieren
müssen. Was sollen wir tun? "
Karl,
der Ehemann, wußte Rat: "Unser Nachbar hat doch neue
Möbel bekommen. Leihen wir uns einen seiner Stühle."
Am
nächsten tag saß Emma mit dem flammneuen Nachbarstuhl
im Wartezimmer. Als sie ins Sprechzimmer trat, fragte der Arzt
erstaunt, was sie denn mit dem Stuhl wolle. "Aber Herr
Doktor, Sie haben mir doch gesagt, ich solle den Stuhl mitbringen."
"Liebe
Frau, Sie haben mich falsch verstanden. IHREN Stuhl brauche
ich." Emma ging zerknirscht nach Hause.
"Karle,
der Arzt ist ein schlauer Mann, den kannst Du nicht auf dem
Arm nehmen. Der hat gleich gemerkt, dass das nicht unser Stuhl
ist." "Na Emma, dann gehste morgen wieder hin und
nimmst in Gottes Namen einen von unseren Stühlen mit."
Am
nächsten Tag betrat Emma wieder das Sprechzimmer. Der Arzt
fuhr hoch "Was in Dreiteufelsnamen, bringen Sie mir denn
jetzt?" Emma erwiderte weinerlich "Aber, Herr Doktor,
das ist aber bestimmt einer von unseren Stühlen, glauben
Sie mir!"
"Herrgott
sind Sie schwer von Begriff! Ich habe kein Interesse an Ihren
Möbeln - ich brauche Ihren Stuhl, Ihre Exkremente!"
Nun
heulte Emma los und fragte " Ich weiß doch nicht,
was das alles ist, Herr Doktor!"
Seufzend
setze sich der Arzt wieder hin. "Nun gut, dann muss ich
es Ihnen eben auf gut Deutsch sagen. Ich brauche Ihre Schei.....!
Sie muss untersucht werden. Kommen Sie also in drei Wochen wieder
und bringen Sie sie mit. Ich fahre jetzt erstmal in Urlaub!"
Die
drei Wochen zogen ins Land. Als sie endlich vorüber waren,
sagte Emma an einem warmen Sommermorgen zu ihrem Karl "So,
Karle, jetzt ist es endlich so weit. Jetzt gehen wir zum Doktor,
und er wird sich freuen, dass ich ihn richtig verstanden habe.
Du trägst die zwei Koffer und ich nehme die Eimer."
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