Der
Trojanische Krieg
Schon
immer war ein schönes Weib
des Mannes liebster Zeitvertreib,
doch mancher hätte, liebe Sassen,
sie besser, wo sie war, gelassen.
Einst
floh die schöne Helena
mit Paris in das Troja ja,
und schon begann das große Chaos,
weil sie doch Frau des Menelaos.
Der
schimpfte auf das falsche Luder,
und da er Agamemnons Bruder,
der wieder Führer der Hellenen,
so spannte man die Bogensehnen
und blies von hinten in das Horn,
jedoch der Wind, der blies von vorn,
so daß, ganz rot vor Wut und Scham,
man gar nicht von der Stelle kam.
Denn
Aga schoß, was unfein is,
die Hirschenkuh der Artemis,
wodurch dieselbe so verdrossen,
das drob die Flaute ward beschlossen.
Der
Aga büßt vor Herzenspein
beihnahe schon sein -memnon ein,
denn will er nach den Winden trachten,
muß er die Tochter Iphi schlachten,
wozu er auch imstande ist,
was Klytämnestra nicht vergißt,
wie wir nach fast ein Dutzend Jahren
noch hören werden und erfahren.
Als
Agamemnon, dieser Strolch,
bereits gezückt den Opferdolch,
merkt Artemis, das da was faul is
und schleppt die Iphi fort von Aulis,
worauf er seine Tochter nicht,
vielmehr nur einen Hirsch ersticht.
Weil
alle nun zufrieden sind,
bläst jetzt von hinten starker Wind,
so daß die Griechen, statt zu stranden,
auch plangemäß vor Troja landen.
Zehn
Jahre währt das Kampfgetümmel;
man reibt sich wechselseits den Kümmel,
weil bei dem Aufeinanderzielen
stets Frauen eine Rolle spielen.
So
hilft die Pallas nebst Athenen,
wenn nicht beleidigt, den Hellenen.
Man zankt sich, ob es wohl, ob weh is,
weil sie so lieblich, um Chriseis.
Achilles schützt die Mutter Thetis,
doch stirbt er nicht an Diabetis;
Apollo trifft ihn, wie gemein,
genau ins weiche Fersenbein.
Man hört vor Priam's Thronesstufen
vergeblich noch Kassandra rufen,
weil sie, so denkt sich jedermann,
wohl keine Pferde leiden kann.
So
wird, obwohl man eingeigelt,
noch Trojas Untergang besiegelt.
Doch damit findet trotz der Wende
das Drama immer noch kein Ende.
Als
Agamemnon steif und lahm
und stark verdreckt nach Hause kam,
rief Klytämnestra: "So ein Misthos !"
Sie hatte längst ja den Ägisthos,
zumal sie noch dem Aga grollte,
weil er die Iphi opfern wollte.
Und deshalb nahmen sie ein Messer,
erstachen ihn im Badgewässer,
doch rechnete beim Schlachtefest
man nicht mit ihrem Sohn Orest,
der sie, sobald er konfirmiert,
mitsamt Ägisthos massakriert.
Nun
aber Schluß mit Ach und Weh !
Beim nächsten Mal die Odysee !
(Trutzhart
Irle)
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