Alberich,
König der Elfen
Einst
ritt ein Edler hoch zu Rosse -
im Taunus, durchs schwarze Gebirge.
Gemahlin, Knappen, gehörten zum Trosse;
viel Goldes Last, dem Pferde schwere Bürde.
"Mein
Gefährte aus den Niederlanden
liegt erschlagen an fernen Ort.
Der Degen Siegfried - so genannt beim Namen,
sein erstritten Schatz trag ich nun fort.
Statt
dem Sohne, den Nibelungenschatz
dem Vater ich nun bringe: ich tu es nicht gern.
Durch böse List wurde er bezwungen-
Weh' dem Boten, ich, Dietrich von Bern!"
Der
Edle sprach's mit leiser Stimme,
verloren den Blick auf dem Wege Rand;
täuschte Trauer etwa seine Sinne -
ein grimmig Zwerg, im Wege vor ihm stand.
"Edler,
halt-, ich bin der Herr der Elfen,
die einzig Blumen hier an diesem Ort.
Tribut der Wege du musst begleichen,
oder ihr verlasset niemals diesen Ort."
"Schweig,
töricht dein Verlangen -
aus dem Weg du hässlich Zwerg",
Dietrich rief es in Wut und Grimme:
"erschlagen soll dich sonst mein Schwert!"
"Vielfach
Kraft mein Gürtel mir verleiht",
Zwerg Alberich gebärdet sich wie toll.
Gewaltig pressen seine Arme Dietrichs Leib,
Blut dem Edlen, aus Mund und Rüstung quoll.
Die
edle Jungfrau auf dem Rosse -
mein Zoll, du wirst sie mir jetzt geben;
weiterziehen kann dann deine Trosse -
und ich schenke dir das Leben!"
nur
zögernd betret' ich heut diesen Ort.
Die Höhle von hohem Fels verschlossen,
dunkel der Tann und mir wird bang.
Die Lichtung: vom Monde Silber übergossen,
da höre ich, betörend, der Elfen Gesang.
Sie
tanzen, schweben, ein bunter Reigen.
Ich bin trunken, die Füße bleiern schwer.
Harfenklänge zittern in den Zweigen - Ach'
die Wiese, ist wieder kalt und leer!
Und
tief im Berge den Hort bewachend,
hockt einsam der König Alberich.
Hört nicht mehr der Elfen klingend Lachen,
Ach' wie traurig du kleiner Wüterich.
Auf
Straßen und Plätzen, im bunten Kleide,
Alberichs Elfen - du kannst sie sehen.
Anmut ist ihr verführerisch Geschmeide,
lächel' zurück und lass es gescheh'n!
(Reinhard
Blohm - Brettin 2004)
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