Lyrik und Poesie
Liebesgedichte I love you for ever

Liebesgedichte

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Einführung zum Thema Liebeslyrik:
Bevor ich Sie auf die unten aufgeführten Liebesgedichte dieser Seite verweise, möchte ich erst einige Ausführungen und Anmerkungen über die klassische Liebeslyrik machen: Zunächst stellt sich erst einmal überhaupt die grundsätzliche Frage - Was ist Liebe? Warum nimmt die Liebesliteratur einen so großen Stellenwert ein? Hier möchte ich die emotionale und nicht die biologische Bindung in den Vordergrund stellen. Echte Liebe liegt vor, wenn zwei Menschen zeigen, dass sie gegenseitig (egal in welcher Situation) füreinander einstehen. Zwei Personen gehen ihren Lebensweg gemeinsam. Man wird ein Team. Es entsteht eine gegenseitige Zugehörigkeit. Dabei zeigen Sie ihrem Partner mit kleinen oder großen Aufmerksamkeiten und Gesten ihre Zuneigung. Das gibt Ihnen und ihrem Partner das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit sowie geliebt und umsorgt zu werden. Die Romantik ist oft der Schlüssel dafür, dass die Funken weiter fliegen. Ohne Romantik kann eine Beziehung bald ihren Glanz verlieren. Aber auch das Bedürfnis zur körperlichen Nähe und die gegenseitige Wärme, die der liebende Partner spendet, sind entscheidene Faktoren der Verbundenheit. Überall auf der Welt haben sich über dieses Thema die Menschen jahrhundertelang in Form von Liebesgedichten Gedanken gemacht. Eine umfangreiche Sammlung zum Thema "Liebesgedichte" finden Sie auf dieser Seite.


Liebe
(Otto Julius Bierbaum 1865-1910)


Ich nehme dich und küsse dich
Und lasse dich nicht von mir,
Ein blinder Bettler wäre ich,
Wär nicht mein Herz bei dir.

Seele, Sinne, alles Meine,
Es ist deine
Jederstund;
Lass mich küssen, lass mich küssen
Deine Hände, deine Stirne,
Deine Augen und den Mund.

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Flamme der Liebe
(Friedrich Halm, 1806-1871)


Wohl zehrt an mir der Krankheit Qual,
Dünn wird mein Haar, mein Antlitz fahl,
Du aber loderst noch wie vor
In tiefster Brust mir hell empor,
Flamme der Liebe!

Ob welkend auch, der Jahre Raub,
Der Leib dahinsinkt, Staub zum Staub:
Dich nähren, stockt das träge Blut,
Der Seele Mark, des Geistes Glut
Flamme der Liebe!

Du stirbst nicht, zieht der Geist auch aus
Aus seinem morschen Erdenhaus;
Du hüllst noch in Verklärungsschein
Den Heimberufnen leuchtend ein,
Flamme der Liebe!

Du stürzest mit ihm licht und hehr
Dich in das ew'ge Strahlenmeer,
Wo jede Welle, die da schwillt,
Wo jeder Tropfen, der da quillt,
Flamme der Liebe!

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Ich habe dich so lieb
(Joachim Ringelnatz)


Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen schenken.
Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
leuchtet der Ginster so gut.
Vorbei--verjährt--
doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
ist leise.
Die Zeit entstellt alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.
Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb.
Ich habe dich so lieb.

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Die Liebe
(August Graf von Platen, 1796 - 1835)


Die Liebe hat gelogen,
Die Sorge lastet schwer,
Betrogen, ach, betrogen
Hat alles mich umher!

Es rinnen heiße Tropfen
Die Wange stets herab,
Laß ab, laß ab zu klopfen,
Laß ab, mein Herz, laß ab!

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Ja, du bist mein!
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)


Ja, du bist mein!
Ich will's dem blauen Himmel sagen,
Ich will's der dunklen Nacht vertraun,
Ich will's als frohe Botschaft tragen
Auf Bergeshöhn, durch Heid und Aun.
Die ganze Welt soll Zeuge sein:
Ja, du bist mein!
Und ewig mein!

Ja, du bist mein!
In meinem Herzen sollst du leben,
Sollst haben, was sein Liebstes ist,
Du sollst, von Lieb und Lust umgeben,
Ganz fühlen, daß du glücklich bist.
Schließ mich in deine Arme ein!
Ja, du bist mein!
Und ewig mein!

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Seit ich ihn gesehen
(Adalbert von Chamisso)


Seit ich ihn gesehen,
glaub' ich blind zu sein;
wo ich hin nur blicke,
seh' ich ihn allein.
Wie im wache Traume
schwebt sein Bild mir vor
taucht aus tiefstem Dunkel
heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos
alles um mich her,
nach der Schwestern Spiele
nicht begehr' ich mehr.
Möchte lieber weinen
still im Kämmerlein;
seit ich ihn gesehen,
glaub' ich blind zu sein.

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Nähe des Geliebten
(Johann Wolfgang v. Goethe)


Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
in Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
der Staub sich hebt;
in tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
der Wanderer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen
die Welle steigt;
im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

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Du meine Seele
(Friedrich Rückert)


Du meine Seele, du mein Herz,
du meine Wonne, o du mein Schmerz,
du meine Welt, in der ich lebe,
mein Himmel du, darin ich schwebe,
o du mein Grab, in das hinab
ich ewig meinen Kummer gab!
Du bist die Ruh', du bist der Frieden,
du bist der Himmel, mir beschieden.
Daß du mich liebst, macht mich mir wert,
dein Blick hat mich vor mir verklärt,
du hebst mich liebend über mich,
mein guter Geist, mein bessres Ich.

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Ausführungen zum Thema Liebeslyrik


Früher gab es auch andere Formen der Liebeslyrik. Insbesondere im Mittelalter war der "Minnesang" sehr verbreitet. Hier konnte man verpackt in Geschichten und in Reimform über die Liebe und das Verliebtsein berichten. Zum Teil nahm er auch erotische Formen an. Diese Art der Ausdruckform ist in der heutigen Zeit kaum noch gebräuchlich und so gut wie vergessen. Was im Mittelalter der Minnesang war, sind in der heutigen modernen Zeit die Liebesgedichte beziehungsweise die Liebeslyrik. In den letzten Jahrhunderten entstanden zahlreiche klassische Liebesgedichte, deren Dichter in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Ich spreche insbesondere von Heine, Goethe und vielen weiteren Interlektuellen, die sich in besonderer Form der deutschen Lyrik verdient gemacht haben. Eine Auswahl aus diesem riesigen Fundus wird Ihnen in dieser Rubrik präsentiert. Lesen Sie die Liebesgedichte der Klassiker. Wenn Sie Fan der deutschen Liebeslyrik sind, wird Ihnen diese Seite sicher gefallen. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass in der Rubrik "Erotische Lyrik" (siehe Menüauswahl links) Gedichte der sanften erotischen Art zur Verfügung stehen. Auch damit haben sich einige klassische Dichter der deutschen Sprache verewigt.



Siesta
(Paul Heyse, 1830-1914)


Lieb, o lieb war die Nacht
Mitten am hellen Tag,
Als wir die Läden geschlossen,
Als durch die schützenden Sprossen
Goldige Dämmerung brach.

Kühl, o kühl war der Saal,
Drinnen die Welt uns verging,
Da wir in seligem Schmachten
Wandelten, flüsterten, lachten,
Bis uns der Schlummer umfing.

Süß, o süß war der Traum,
Herz am Herzen geträumt!
Über uns schwebend im Kreise
Flattert’ ein Schmetterling leise,
Dunkel die Schwingen umsäumt.

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Die Liebe
(Matthias Claudius)


Die Liebe hemmet nichts;
sie kennt noch Tür und Riegel
und dringt durch alles sich;
sie ist ohn Anbeginn,
schlug ewig ihre Flügel
und schlägt sie ewiglich

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Wenn ich, von deinen ...
(Eduard Mörike)


Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
mich stumm an deinem Heil'gen Wert vergnüge,
dann hör' ich recht die leisen Atemzüge
des Engels, welcher sich in dir verhüllt.

Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
deinem Mund, ob mich kein Traum betrüge,
daß nun in dir, zu ewiger Genüge,
mein kühnster Wunsch, mein einz'ger, sich erfüllt?

Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
ich höre aus der Gottheit nächt'ger Ferne
die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.

Betäubt kehr' ich den Blick nach oben hin,
zum Himmel auf - da lächeln alle Sterne;
ich knie, ihrem Lichtgesang zu lauschen.

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Man wünschte ...
(Wilhelm Busch)


Man wünschte sich herzlich gute Nacht;
Die Tante war schrecklich müde;
Bald sind die Lichter ausgemacht,
Und alles ist Ruh und Friede.
Im ganzen Haus sind nur noch zween,
Die keine Ruhe finden,
Das ist der gute Vetter Eugen
Mit seiner Base Lucinden.

Sie wachten zusammen bis in der Früh,
Sie herzten sich und küßten.
Des Morgens beim Frühstück taten sie,
Als ob sie von nichts was wüßten.

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Glückes genug
(Detlev von Liliencron)


Wenn sanft du mir im Arme schliefst,
ich deinen Atem hören konnte,
im Traum du meinen Namen riefst,
um deinen Mund ein Lächeln sonnte -
Glückes genug.
Und wenn nach heißem, ernstem Tag
du mir verscheuchtest schwere Sorgen,
wenn ich an deinem Herzen lag
und nicht mehr dachte an Morgen -
Glückes genug.

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Hat dich die Liebe berührt
(Paul Heyse, 1830-1914)


Hat dich die Liebe berührt,
Still unterm lärmenden Volke
Gehst du in goldner Wolke,
Sicher vom Gotte geführt.

Nur wie verloren umher
Lässest die Blicke du wandern,
Gönnst ihre Freuden den andern,
Trägst nur nach einem Begehr.

Scheu in dich selber verzückt,
Möchtest du hehlen vergebens,
Daß nun die Krone des Lebens
Strahlend die Stirne dir schmückt.

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Eins möcht' ich sein!
(Friedrich Halm, 1806-1871)


Eins möcht' ich sein!
Auf deines Lebens dunkler Flut
Der Strahl, der zitternd auf ihr ruht
Vom Mondenschein!
Eins möche ich sein!
In deines Lebens Wüstensand
Der Born, an dessen Schattenrand
Du schlummerst ein!

Eins möcht' ich sein!
Wenn alles dir entflieht wie Traum,
Das Blatt das dir am Lebensbaum
Noch grünt allein!

Eins möcht' ich sein!
Wenn tote Stille dich umringt,
Das Vöglein, das dir Hoffnung singt
Ins Herz hinein!

O laß mich's sein!
Im Jugendflor und grauen Haar
Laß eins mich bleiben immerdar:
Dein, ewig dein.

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Der erste Mai
(Friedrich von Hagedorn)


Der erste Tag im Monat Mai
ist mir der glücklichste von allen.
Dich sah ich und gestand dir frei,
den ersten Tag im Monat Mai,
daß dir mein Herz ergeben sei.
Wenn mein Geständnis dir gefallen,
so ist der erste Tag im Mai
für mich der glücklichste von allen.

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Schließe mir die Augen beide
(Theodor Storm)


Schließe mir die Augen beide
mit den lieben Hände zu!
Geht doch alles, was ich leide,
unter deiner Hand zur Ruh'.
Und wie leise sich der Schmerz
Well' um Welle schlafen leget,
wie der letzte Schlag sich reget,
füllest du mein ganzes Herz.

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Bei dir sind meine Gedanken
(Friedrich Halm, 1806-1871)


Bei dir sind meine Gedanken
Und flattern um dich her;
Sie sagen, sie hätten Heimweh,
Hier litt es sie nicht mehr!

Bei dir sind meine Gedanken
Und wollen von dir nicht fort;
Sie sagen, das wär' auf Erden,
Der allerschönste Ort!

Sie sagen, unlösbar hielte
Dein Zauber sie festgebannt
Sie hätten an deinen Blicken
Die Flügel sich verbrannt.

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Es ist Nacht
(Christian Morgenstern)


Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält nicht aus,
hält's nicht mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

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Ich liebe dich in Gott
(Hoffmann von Fallersleben)


Ich liebe dich in Gott
und Gott in dir.
Wo du auch bist, du bist bei mir.
Je mehr ich bin vereint mit Gott dem Herrn,
je mehr mit dir und wärst du noch so fern.
Du kannst ja ohne Gott nicht sein,
mein mußt du sein, denn Gott ist mein.

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Liebesgedichte von Heinrich Heine


Die nochfolgenden Werke sind von Heinrich Heine geschrieben. Er wurde am 13.12.1797 in Düsseldorf geboren. Sein Geburtshaus steht noch heute in der Altstadt Düsseldorfs. Heine hatte sich bereits in frühen Jahren seiner Schaffenskunst dem Thema "Romantik" gewidmet. Zahlreiche Werke widmen sich der Liebeslyrik. Er war einer der bedeutesten Persönlichkeiten der deutschen Lyrik und schrieb viele Liebesgedichte, die auch in der heutigen Zeit noch großen Anklang finden. Einige dieser Liebesgedichte sind nun hier aufgelistet.


Wenn ich in deine Augen seh'
(Heinrich Heine)


Wenn ich in deine Augen seh',
so schwindet all' mein Leid und Weh;
doch wenn ich küsse deinen Mund,
so werd' ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn' an deine Brust,
kommt's über mich wie Himmelslust:
doch wenn du sprichst: ich liebe dich!
So muß ich weinen bitterlich.

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Hast du ...
(Heinrich Heine)


Hast du die Lippen mir wund geküßt,
so küsse sie wieder heil,
und wenn du bis Abend nicht fertig bist,
so hat es auch keine Eil'

Du hast ja noch die ganze Nacht,
du Herzallerliebste mein!
Man kann in solch einer ganzen Nacht
viel küssen und selig sein.

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Teurer Freund
(Heinrich Heine)


Teurer Freund, du bist verliebt,
und dich quälen neue Schmerzen;
dunkler wird es dir im Kopf,
heller wird es dir im Herzen.

Teurer Freund, du bist verliebt,
und du willst es nicht bekennen,
und ich seh' des Herzens Glut
schon durch deine Weste brennen.

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Die Rose, die Lilie
(Heinrich Heine)


Die Rose, die Lilie
die Taube, die Sonne,
die liebt ich einst alle in Liebeswonne.
die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;
sie selber, aller Liebe Bronne,
ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.

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Der Brief
(Heinrich Heine)


Der Brief, den du geschrieben,
er macht mich gar nicht bang;
du willst mich nicht mehr lieben,
aber dein Brief ist lang.

Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
wenn man den Abschied gibt.

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Liebesgedicht
(Heinrich Heine)


Lehn deine Wang an meine Wang,
Dann fließen die Tränen zusammen;
Und an mein Herz drück fest dein Herz,
Dann schlagen zusammen die Flammen!

Und wenn in die große Flamme fließt
Der Strom von unsern Tränen,
Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließt -
Sterb ich vor Liebessehnen!

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Sie liebten sich ...
(Heinrich Heine)


Sie liebten sich beide, doch keiner
Wollt es dem andern gestehn;
Sie sahen sich an so feindlich,
Und wollten vor Liebe vergehn.

Sie trennten sich endlich und sahn sich
Nur noch zuweilen im Traum;
Sie waren längst gestorben,
Und wußten es selber kaum.

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Wie der Mond sich ...
(Heinrich Heine, 1797-1856)


Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.

Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.

Sinnend saß ich zu den Füßen
Einer Dame, schön und hold;
In ihr liebes, bleiches Antlitz
Spielt' das rote Sonnengold.

Laute klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.

Märchenhaft vorüberzogen
Berg und Burgen, Wald und Au;
Und das alles sah ich glänzen
In dem Aug der schönen Frau.

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Du bist wie eine Blume
(Heinrich Heine)


Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
ich schau dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt,
betend, daß Gott dich erhalte

so rein und schön und hold.

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Wie dunkle Träüme stehen
(Heinrich Heine, 1797-1856)


Wie dunkle Träume stehen
Die Häuser in langer Reih;
Tief eingehüllt im Mantel,
Schreite ich schweigend vorbei.

Der Turm der Kathedrale
Verkündete die zwölfte Stund;
Mit ihren Reizen und Küssen
Erwartet mich Liebchen jetzund.

Der Mond ist mein Begleiter,
Er leuchtet mir freundlich vor;
Da bin ich an ihrem Hause,
Und freudig ruf ich empor:

Ich danke dir, alter Vertrauter,
Daß du meinen Weg erhellt;
Jetzt will ich dich entlassen,
Jetzt leuchte der übrigen Welt!

Und findest du einen Verliebten,
Der einsam klagt sein Leid,
So tröst ihn, wie du mich selber
Getröstet in alter Zeit.

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Herz mein Herz
(Heinrich Heine)


Herz, mein Herz, sei nicht beklommen
und ertrage dein Geschick.
Neuer Frühling gibt zurück,
was der Winter dir genommen.

Und wie viel ist dir geblieben,
und wie schön ist doch die Welt!
Und mein Herz, was dir gefällt,
alles, alles darfst du lieben!

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Weitere Liebeslyrik bekannter Dichter


Natürlich gibt es neben Heinrich Heine eine weitere große Anzahl genialer Meister der Lyrik wie beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Hoffmann von Fallersleben und vielen weiteren Meistern. Sie alle an dieser Stelle aufzuführen, würde vermutlich den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund finden Sie nun im Weiteren eine Fortführung der Sammlung zum Thema "Liebesgedichte", dessen Gedichte mir besonders gefallen haben.


Liebe und Frühling
(Hoffmann von Fallersleben)


Ich muss hinaus, ich muss zu dir,
ich muss es selbst dir sagen:
Du bist mein Frühling, du nur mir
in diesen lichten Tagen.

Ich will die Rosen nicht mehr sehn,
nicht mehr die grünen Matten,
ich will nicht mehr zu Walde gehn,
nach Duft und Klang und Schatten.

Ich will nicht mehr der Lüfte Zug,
nicht mehr der Wellen Rauschen,
ich will nicht mehr der Vögel Flug
und ihrem Liede lauschen.

Ich will hinaus, ich will zu dir,
ich will es selbst dir sagen:
Du bist mein Frühling, du nur mir,
in diesen lichten Tagen.

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Ich liebe Dich
(Christian Morgenstern)


Ich liebe dich, du Seele, die da irrt
im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke,
ich liebe dich, die manch ein Wahn verwirrt,
der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke.

Ich liebe deine armen wunden Schwingen,
die ungestoßen in mir möchten wohnen;
ich möchte dich mit Güte ganz durchdringen,
ich möchte dich in allen Tiefen schonen.

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Frage
(Hugo von Hofmannsthal)


Merkst du denn nicht, wie meine Lippen beben?
Kannst du nicht lesen diese bleichen Züge,
Nicht fühlen, daß mein Lächeln Qual und Lüge,
Wenn meine Blicke forschend dich umschweben?

Sehnst du dich nicht nach einem Hauch von Leben,
Nach einem heißen Arm, dich fortzutragen
Aus diesem Sumpf von öden, leeren Tagen,
Um den die bleichen, irren Lichter weben?

So las ich falsch in deinem Aug, dem tiefen?
Kein heimlich Sehnen sah ich heiß dort funkeln?
Es birgt zu deiner Seele keine Pforte.

Dein feuchter Blick? Die Wünsche, die dort schliefen,
Wie stille Rosen in der Flut, der dunkeln,
Sind, wie dein Plaudern: seellos ... Worte, Worte?

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Wer je gelebt
(Theodor Storm)


Wer je gelebt in Liebesarmen,
der kann im Leben nie verarmen;
und müßt' er sterben fern, allein,
er fühlte noch die sel'ge Stunde,
wo er gelebt an ihrem Munde,
und noch im Tode ist sie sein.

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O glücklich
(Hoffmann von Fallersleben)


O glücklich, wer ein Herz gefunden,
das nur in Liebe denkt und sinnt,
und mit der Liebe treu verbunden
sein schönres Leben erst beginnt!

Wo liebend sich zwei Herzen einen,
nur eins zu sein in Freud' und Leid,
da muß des Himmels Sonne scheinen
und heiter lächeln jede Zeit.

Die Liebe, nur die Lieb' ist Leben:
Kannst du dein Herz der Liebe weihn,
so hat dir Gott genug gegeben,
heil dir! die ganze Welt ist dein!

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Einladung
(Johann Wolfgang von Goethe)


Mußt nicht vor dem Tage fliehen:
Denn der Tag, den du ereilest,
Ist nicht besser als der heut'ge;
Aber wenn du froh verweilest,
Wo ich mir die Welt beseit'ge,
Um die Welt an mich zu ziehen,
Bist du gleich mit mir geborgen:
Heut ist heute, morgen morgen,
Und was folgt und was vergangen,
Reißt nicht hin und bleibt nicht hängen.
Bleibe du, mein Allerliebstes;
Denn du bringst es, und du gibst es.

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Sehnsucht
(Michael Konnert)


Die Augen geschlossen, deine Seele ruht,
doch hörst deines Herzens Weinen,
wie es jammert, wie es fleht.
Jener Kummer, jener Schmerz tut ihm nicht gut,
willst es trösten, mit deiner Seele vereinen,
doch zeigt es dir, wie die Zeit vergeht.
Langsam, bedächtig schwebt sie gar hin und her,
lässt dich verhungern an deinem Schmerze
und deine Hoffnung stets verblasst.

Weißt weder ein noch aus, gar nimmer mehr,
verlierst dich in Dunkelheit, rastloser Schwärze,
die dich mit kaltem Nebel eng umfasst.
Dein Herz will Freiheit, bedrängt nicht sein,
sich wehrt, ja kämpft, dem Sieg schon nah',
die Ketten aus Nebel schier auseinanderspringen.
Fühlst dich frei, so unbefangen und doch allein,
dein Herz kein andren Ausweg noch sah
und musst nun die Zeit allein verbringen.


Schauder
(Christian Morgenstern)


Jetzt bist du da, dann bist du dort.
Jetzt bist du nah, dann bist du fort.
Kannst du's fassen? Und über eine Zeit
gehen wir beide die Ewigkeit
dahin - dorthin. Und was blieb?...
Komm, schließ die Augen und hab mich lieb.

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Stille Liebe
(Clothilde v. Schwartzkoppen)


Es gibt auch eine stille Liebe,
die leis und langsam Wurzel schlägt,
und, ob auch ohne üpp'ge Triebe,
sich warm und fest ums Herze legt.

Sie gleichet treuen Efeuranken,
so schmucklos und so immergrün,
dem Tannenbaum, der ohne Wanken,
ob Lenz und Lust vorüberfliehn.

Und solche Lieb' hab ich erfahren,
und dafür dank ich dir, mein Gott!
Sie soll mir lebenslang bewahren
das Herz vor allem Groll und Spott.

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Glücklich allein
(Johann Wolfgang v. Goethe)


Freudvoll und leidvoll,
gedankenvoll sein,
hangen und bangen
in schwebender Pein;
himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt;
glücklich allein
ist die Seele, die liebt.

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Das ist der Liebe ...
(Friedrich v. Schiller)


Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
der in die Seele schlägt und trifft und zündet,
wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet,
da ist kein Widerstand und keine Wahl,
es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.

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Die blaue Blume
(Joseph von Eichendorff)


Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

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Mit einem gemalten Band
(Johann Wolfgang von Goethe)


Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute junge Frühlingsgötter
Tändelnd auf ein luftig Band.

Zephir, nimms auf deine Flügel,
Schlings um meiner Liebsten Kleid;
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.

Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genug.

Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!

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Die Primmeln
(Robert Hamerling, 1830 - 1889)


Sieh, Liebchen, hier im Waldestal
das Plätzchen unvergessen,
wo kosend wir zum letzenmal
im letzen Herbst gesessen!

Und sieh, nun sind in goldner Tracht
hier an derselben Stelle
die ersten Primeln aufgewacht,
als wär's des Lenzes Schwelle!

Siehst du, wie Liebe Wunder tut,
daß wenn der Schnee zerflossen,
dort, wo ein Liebespaar geruht,
die ersten Primeln sprossen?

Nun wollen doppelt eifrig wir,
wenn Moos und Gräsen schwellen,
fürs nächste Jahr im Waldrevier
die Primelsaat bestellen.

Dann lächeln wir ob unserm Streich,
wenn Berg und Täler wimmeln
und keiner weiß, warum so reich
geraten sind die Primeln.

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Weitere Liebesgedichte

Als Liebhaber der Liebeslyrik lohnt es sich die hier nun folgenden aufgeführten Liebesgedichte separat zu betrachten. Es handelt sich um Klassiker, die ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhalten sollten. Aus diesem Grund werden diese Gedichte einzeln aufgeführt. Selbst wenn es sich hierbei um Klassiker handelt, so sind diese Gedichte der neuen und modernen Liebeslyrik oft überlegen. Besonders sind nach meinem Geschmack die Gedichte von Friedrich Halm zu empfehlen. Aber das ist meine persönliche Ansicht. Klicken Sie einfach unten auf den Link ihres Wunschgedichtes, um es zu lesen.

Die schöne Nacht (Johann Wolfgang von Goethe)

Neue Liebe (Joseph Freiherr von Eichendorff)

Späte Liebe (Friedrich Halm, 1806-1871)

Gewitterabend (Friedrich Halm, 1806-1871)

Der Fischer (Johann Wolfgang von Goethe)

Im Traum (Heinrich Heine, 1797-1856)

Zweifach ist Liebe (Friedrich Halm, 1806-1871)


Einige Gedanken ganz anderer Art

Die Blickrichtung des Herzens
(©Anja Vetter)


Die Weisheit des Herzens kennt den Reichtum des Seins.
Der Weisheit des Herzens lohnt sich zu folgen,sie flüstert leise, nicht laut,nicht übermächtig wie die Not in deinen Inneren.

Die Weisheit flüstert vom Hier und Jetzt. Die Weisheit des Herzens trägt alle deine Träume. wie einen verborgenen Schatz in sich, wartet geduldig,von dir entdeckt zu werden.

Die Weisheit des Herzens flüstert von den Chancen deiner Enfaltungsmöglichkeiten. Alle deine Fähigkeiten, alle deine unterentwickelten Bereiche, möchte dein Herz aufbrechen und entfaltet sehen.

Die Weisheit des Herzens weist dich sanft auf deine Entscheidungskraft hin, dein Dasein zu formen.
Nicht durch die Not in deinen Inneren, sondern durch die Weisheit deines Herzens.

Die Weisheit des Herzens flüstert von Schutz für dein "Sein" durch das Hier und Jetzt.

Die Weisheit des Herzens, sieht gerade jetzt deine Entfaltungsmöglichkeiten. Die vielen Chancen durch deine Entscheidungkraft.

Die Weisheit des Herzens spricht bleib offen dir selbst gegenüber, bleib offen anderen gegenüber, bleib offen für das was heute dein Herz erreichen möchte. Und erlebe so immer mehr den Reichtum deines Seins.

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