Lyrik und Poesie
- Hochzeitsbräuche -

Erfahren sie alles über die Bräuche zur Hochzeit

- Hochzeitsbräuche -

- Scherze, Streiche, Traditionen und Brauchtum zur Hochzeit -

Zwei Trauringe nebeneinander

Etwas Altes, etwas Neues ...

Ein aus England stammender Brauch hat sich auch in Deutschland zu einer beliebten Tradition entwickelt. Danach soll die Braut zu ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei sich tragen und in ihre Kleidung integrieren.
Etwas Altes steht für das bisherige Leben der Braut vor der Ehe (Beispiel: ein altes Schmuckstück) (Übersetzt: "Something old ")

Etwas Neues steht als Symbol für das beginnende Eheleben der Braut (Beispiel: das neue Brautkleid) (Übersetzt: "Something new")

Etwas Geliehenes steht für Freundschaft und soll Glück in der Ehe bringen. Die Braut leiht sich etwas von einer glücklich verheirateten Freundin (Beispiel: ein besticktes Taschentuch) (Übersetzt: "Something borrowed")

Etwas Blaues als Zeichen der Treue (Beispiel: das blaue Strumpfband) (Übersetzt: "Something blue")


Das Brautkleid

Bis Ende des 19. Jahrhunderts trugen Bräute an ihrem schönsten Tag Trachten oder
Kleider in feierlichem Schwarz oder in Blutrot als Ausdruck der irdischen und göttlichen Liebe. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Farbe Weiß als
Sinnbild von Reinheit, Vollkommenheit, Freude und Festlichkeit bei Brautkleidern durchgesetzt.


Der Junggesellenabschied
Der legendäre Junggesellenabschied wird unter Freunden gebührend gefeiert und feucht-fröhlich begossen. Mancherorts muss der angehende Bräutigam ausgefallene Aufgaben bestehen, die seine Freunde und Weggefährten für ihn zusammengestellt haben.
Wenige Tage vor der Hochzeit feiert der Bräutigam mit seinen männlichen Freunden einen ausgelassenen Abschied vom Junggesellendasein. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Im Zuge der Emanzipation zieht heute auch oft die Braut mit ihren Freundinnen los.
Der Junggesellenabschied ist eine Tradition aus England ("Stag Night") und wurde früher beim Vater des Bräutigams abgehalten. Die Männer der beiden zu vereinigenden Häuser prüften damals auf das Genaueste, ob sich der Bräutigam mit seinen ehelichen Pflichten auskennt. In feinster Festtagskleidung wurden dabei Ansprachen von den Familienoberhäuptern abgehalten. Der Junggesellenabend als Abschied von den Kumpeln des Bräutigams wurde erst in neuerer Zeit in Deutschland eingeführt.


Wenn er sie auf Händen trägt...

Geister lauern nicht nur vor der Tür, sondern auch unter der Schwelle, heißt es nach alten Überlieferungen. Der Bräutigam trägt seine Braut über die Schwelle in das neue Heim, damit seine Angetraute nicht mit dunklen Mächten in Berührung kommt. So ist eine traute Zweisamkeit für immer garantiert.


Einen Baum pflanzen

In manchen Regionen ist es ein Brauch, am Tag der Hochzeit einen Baum zu pflanzen. Er gilt als Symbol für den Anfang des neuen Lebensabschnitts:
So unterschiedlich wie die Wachstumsphasen und Jahresringe sind, wird auch die Ehe sein.


Blechdosen als Glücksgaranten

Dunkle Geister nähern sich auf leisen Pfoten und lauern in allen Ecken, hinter jedem Haus und jeder Hecke. Jedoch scheuen sie Lärm.
Um die Unholde zu vertreiben, werden scheppernde Blechdosen, klappernde Töpfe und Deckel an das Hochzeitsauto der Frischvermählten gebunden. So bleibt das Glück auch in Zukunft garantiert ...


Reis sorgt für Reichtum und Segen...

Nach der Vermählung regnet es, alternativ zu den Blütenblättern, Reiskörner auf Braut und Bräutigam. Der aus Asien stammende Brauch symbolisiert Fruchtbarkeit und soll ein kinderreiches Leben bescheren.
In einigen Regionen schreitet das Brautpaar stattdessen durch einen Konfettiregen oder wird mit Nüssen, Rosinen oder Bonbons überschüttet.

Einige Hochzeitsgesellschaften entscheiden sich dafür, allen Gästen beim Verlassen der Kirche kleine Seifenblasen-Fläschchen zu überreichen. Die Gäste pusten Seifenblasen, während das Brautpaar die Kirche verlässt. Auf diese Art kann das Brautpaar umweltbewusst und dekorativ begrüßt werden. Die Seifenblasen werden dabei als Symbol für die Träume und Wünsche des Brautpaars gesehen, die in Erfüllung gehen sollen. Die Fläschchen können als Andenken aufbewahrt oder entsorgt werden.
Manchmal lässt man auch mit Helium gefüllte Luftballons (meist in Herzform) steigen, die mit dem Namen und der Anschrift des Brautpaars versehen sind. Die Empfänger oder zufälligen Finder der Luftballons können dann dem Paar Glückwünsche schicken.


Der Polterabend

Auf dem Polterabend verabschiedet sich das Paar gemeinsam aus dem Kreis der Unverheirateten. Es handelt sich dabei um einen sehr alten Brauch, der vermutlich noch aus vorchristlichen Zeiten stammt. Durch das Zerschlagen von Steingut und Porzellan sollen böse Geister vertrieben werden. Keinesfalls darf Glas zerschlagen werden, da es als Unglückssymbol gilt. Die Scherben müssen vom künftigen Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt werden. Traditionell fand der Polterabend am Tag vor der Trauung statt.


Das Kränzen

In einigen Gegenden ist es üblich, dass die Nachbarn am Abend vor der Hochzeit einen aus Tannenzweigen geformten Kranz über der Hauseingangstür des Brautpaares anbringen. Dabei wird dieser von den Nachbarinnen gefertigt (bzw. gekauft) und mit selbst gefertigten weißen (Papier)blumen dekoriert. Das Anbringen des Kranzes ist Aufgabe der männlichen Nachbarn des Brautpaares. Nach dem Anbringen werden die Nachbarn dann durch das Brautpaar zu einem Umtrunk eingeladen.


Das Holzstammsägen

Holzstammsägen: In einigen Regionen wird nach der Trauung ein auf einem Sägebock liegender Holzstamm gemeinsam von Braut und Bräutigam zersägt. Man verwendet dafür eine Schrotsäge, bei der es darauf ankommt, stets abwechselnd zu ziehen, damit sie sich nicht verklemmt. Dieser Brauch steht für die gemeinsame, gleichberechtigte Arbeit, die das Brautpaar in ihrer Ehe versuchen möchte. Er symbolisiert die notwendige Balance von Reden und Hören, von Aktiv sein und "Sein-Lassen", und die notwendige Aufmerksamkeit für die jeweiligen Bedürfnisse des Partners.


Brautentführung

Meist sind es die guten Freunde, die die Braut entführen. Dabei ziehen die Entführer mit der Braut von Kneipe zu Kneipe wobei der Bräutigam jedes Mal die Zeche zahlen soll. Heute wird es meist toleranter gehandhabt. Die Entführer gehen an einen bestimmten Ort, z. B. ein öffentliches Gebäude und hinterlassen ein paar Hinweise, um die Suche zu erleichtern. Das Auslösen kann mit einer Aufgabe für den Bräutigam verbunden sein. Beispielsweise eine künstlerische Darbietung, Abwaschen für die nächsten Wochen oder Ähnliches.


Brautschleier

Der weiße Brautschleier der Braut stand ursprünglich für deren Jungfräulichkeit. Früher war dies auch der einzige weiße Bestandteil der Hochzeitsgarderobe der Braut. So wurde im bäuerlichen Umfeld in der Sonntagsgarderobe geheiratet. Traditionell war diese schwarz. Erst später wurde die Farbe des Kleides ebenfalls weiß. Um Mitternacht war die Braut keine Braut, sondern nunmehr Ehefrau. Deshalb wurde dann der Schleier abgenommen. Dieser Brauch existiert noch heute. Oft erfolgt um Mitternacht ein Schleiertanz. Die Braut tanzt alleine und alle unverheirateten Frauen versuchen, ein Stück des Schleiers abzureißen. Wer das größte Stück des Schleiers erwischt hat, soll gemäß dem Brauch die nächste Braut sein.


Brautschuh

Früher war es Brauch, dass die Braut ihre Brautschuhe von gesparten Pfennigen bezahlte. Heute wird dieser Brauch mit Euro-Cents fortgeführt. Dadurch soll die Sparsamkeit der Braut symbolisiert werden. Während der Hochzeitsfeier gibt es den Brauch der Brautschuhversteigerung. Der Braut wird ihr Schuh "entwendet". Anschließend wird der Schuh unter den Hochzeitsgästen symbolisch versteigert. Dabei legen die Gäste ihre Gebote in den Brautschuh. Zum Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh samt den bis dahin eingeworfenen Beträgen. Das Geld bleibt beim Brautpaar, der Bräutigam gibt den Schuh an seine Braut zurück.
Ein Glückspfennig im Schuh ist ein Zeichen des Wohlstands.


Der Autokorso und das Hochzeitsauto

Häufig wird auf den Fahrten nach der Hochzeit das Brautpaar von einem Autokorso begleitet. Dabei hupen die begleitenden Autos um Aufmerksamkeit für das Brautpaar zu erlangen. Manchmal werden dem Auto in dem das Brautpaar sitzt Blechdosen angebunden, die beim Fahren laut scheppern.

In manchen Gegenden (in Norddeutschland Schatten genannt) ist es auch üblich, den Autokorso auf dem Weg von der Trauung zur Feier anzuhalten und Wegezoll zu verlangen. Dieser Zoll wird üblicherweise mit Schnaps oder anderen hochprozentigen Alkoholika beglichen, die an die am Weg Stehenden ausgegeben und mit den Brautleuten gemeinsam getrunken werden, bevor diese die Fahrt fortsetzen können.
In Altbayern machen dies traditionell die Kinder des Dorfes oder die Ministranten bei der Hochzeit. Hierbei wird von jedem Hochzeitsgast etwas Geld vergeben.
In neuerer Zeit verbreitet sich der Brauch für die Brautleute ein besonderes Auto zu verwenden, etwa ein Sportwagen, ein luxeriöse Limousine oder ein Oldtimer. Oft werden diese Wagen mit Blumen oder Schleifen besonders geschmückt.


Die Hochzeitsstreiche

In manchen Gegenden ist es auch Brauch dem Brautpaar einen Streich in deren Wohnung zu spielen. Gegenstände der Wohnung werden versteckt oder umgeräumt. Zum Beispiel Konservendosen ins Badezimmer, Bücher vom Wohnzimmer in andere Räume. Einfrieren des Schlafzimmerschlüssels. Den "Weg" von der verschlossenen Schlafzimmertür bis zur Gefriertruhe wird mit Aufgaben versehen, die zuerst zu lösen sind. Verstecken von mitgebrachten Weckern die auf nächtliche Uhrzeiten programmiert sind. Hartkochen von Eiern im Kühlschrank, Vertauschen von Salz und Zucker mit Wasser gefüllte Pappbecher versperren den Zugang zur Wohnung (Treppenhaus) oder zu Zimmern (Bad/Schlafzimmer). Herausdrehen aller Lampen und Sicherungen Schlafzimmer präparieren z.B. mit Luftballons füllen, mit Kronenkorken/Flaschendeckeln das Bett sowie den Boden verzieren. Inserat in die Lokalzeitung setzen, man habe etwas günstig abzugeben, so dass das verkaterte Ehepaar früh morgens von Schnäppchenjägern wachgeklingelt wird.


Maschkern

Dieser Brauch ist in Teilen Österreichs und Bayerns weit verbreitet.
Der Begriff "Maschkern" (auch Maskern oder Maschgern) kommt vermutlich von Maskerade (sich verkleiden).
Jugendliche aus dem Heimatdorf oder Freunde aus Vereinen treten verkleidet bzw. in Masken vor die Hochzeitsgesellschaft und erzählen lustige Geschichten aus dem Leben des Bräutigams bzw. der Braut. Als Erzähler wirkt ein Harlekin (in Österreich: Kasperl). Alle Handlungen werden von den Personen in Masken nachgestellt. Eine wichtige Person ist, zum Beispiel, "Die alte Liebe", die zum Abschluss der Handlung ein letztes Mal versucht den Angebeteten von der Heirat abzuraten und lieber sie zum Traualtar zu führen. Für die kleine Aufführung erhalten die Darsteller vom Brautpaar als Anerkennung eine Mahlzeit.


Das Wecken

In einigen Gegenden ist es auch Brauch, dass der Bräutigam von seinen Geschwistern, Freunden, Kollegen, Vereinskameraden usw. aufgeweckt wird. Dies geschieht dann meist mit Geschossen o. ä. Mittlerweile ist dies auch bei der Braut üblich und auch nicht mehr nach Geschlechtern getrennt.


Die Hochzeitstorte

Zu vielen Hochzeitsfeiern gehört ein Buffet mit Kuchen. Mittelpunkt dieses Kuchenbuffets ist die Hochzeitstorte, die oft gemeinsam von dem Hochzeitspaar angeschnitten wird. Beim gemeinsamen Anschneiden der Torte gilt, dass derjenige das Sagen in der Ehe hat, der seine Hand über der des anderen am Messer hält.


Der Brautstrauß

Hier lesen Sie die ursprüngliche Bedeutung des Brautstraußes und des Brautstrauß-Werfens.