Lyrik und Poesie
- Hochzeit -

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Hochzeitsansprache - Rede 8

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Hochzeitsrede 8: In Versform

Zwei Namen wollen heute gern
in einem sich verschlingen,
den ihren will dem Eheherrn
die Braut zum Opfer bringen:
doch soll der Bund gesegnet sein,
so klinge noch ein Namen drein,
so kling' in Gottes Namen
zu eurem Ja das Amen.
Zwei Häuser blicken lieb und traut
aufs schön geschmückte dritte;
Der Eltern Segen hat's gebaut
den Liebenden zur Hütte.
Wie glänzt das Hüttchen schmuck und neu!
Doch daß da gut zu wohnen sei,
laßt fleißig euch die Glocken
zum Hause Gottes locken.

So zieht zu zwei'n ins Gotteshaus,
die Freude zum Geleite!
So kommt vereint vom Herrn heraus,
er selbst an eurer Seite
zieht fröhlich ein zu eignen Tür,
bleibt eins in Liebe für und für,
und Gott in eurer Mitte
sei selbst im Bund der Dritte!

Zwei Hände wollen heute sich
in heiliger Stätte fassen,
sich halten treu und inniglich
und nimmermehr sich lassen;
Doch festzuziehn solch Liebesband,
soll helfen eine andere Hand,
soll Gottes Hand zum Segen
sich auf die eure legen.

Zwei Zungen wollen heut ein Wort,
ein heilig Ja sich geben,
das kurze Wort, o kling' es fort
durchs ganze lange Leben;
doch daß dies Ja gesegnet sei,
ertöne noch ein Ja dabei,
erschall' aus Gottes Munde
das Ja zu eurem Bunde.

Zwei Herzen brennen fröhlich heut
in reiner Liebe Flammen
und halten sich in Freud' und Leid
von heute ab zusammen;
Doch daß da bleibe Herz an Herz,
so haltet fleißig himmelwärts
zum Vaterherzen droben
die Eurigen erhoben.

(Karl Gerock, 1815 - 1890)

 

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