Lyrik und Poesie
- Weihnachten -
Wunderschöne Gedichte, Lieder und vieles mehr zur Weihnachts- und Adventszeit

- Lustige Weihnachtslyrik - Trutzhart Irle

*

Weihnachtsmarkt

Wieder hat die Weihnachtszeit
unbarmherzig zugeschlagen,
und nun sieht man weit und breit
alle schwere Taschen tragen.

Ein Gewimmel wie noch nie
schiebt sich durch die engen Gassen.
Selbst im Pferch das liebe Vieh
würde hier vor Neid erblassen.

Kinder schreien im Gedränge,
dort platzt gar ein Wasserrohr,
unabsehbar wälzt die Menge
sich zum stadtbekannten Tor.

Selbst noch in der engsten Straße
reiht sich weiter Stand an Stand,
stets gefüllt in hohen Maße
mit Getränken, Schnuck und Tand.

Stark durchnäßt sind schon die Socken
und beschmutzt von Match und Schnee,
Wermutsbrüder sieht man hocken,
lauthals singt die Heilsarmee.

Überall stinkt es nach Würsten,
die zur Hälfte schon verkohlt,
viele überkommt das Dürsten,
so daß schnell man Glühwein holt.

Saure Drops und Karamellen,
Türkenhonig und Lakritz
sieht man aus den Taschen quellen
auf des Autos Hintersitz.

Und die einst so guten Lüfte,
die voll Stolz man in sich sog,
sind voll penetranter Düfte,
so daß sich die Lunge bog.

Hier schleppt einer eine Fichte,
die die Nadeln schon verlor,
dort liest einer gar Gedichte
aus dem Dadaismus vor.

Und der Mief gebrannter Mandeln
zieht uns tief in das Gebein,
alldieweil das Licht der Kandeln
flackert wie ein Glorienschein.

Wie ein Esel hoch beladen
schleppt man sich durch den Verkehr,
unten schmerzen schon die Waden
und die Arme werden schwer.

Doch zu Hause angekommen
fühlt man endlich sich befreit.
Dreimal Hoch der ach so frommen,
ruhevollen Weihnachtszeit.

(Trutzhart Irle)


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