Lyrik und Poesie
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Gedichte zum Abschied

Trauergedichte - Gedicht zum Totensonntag



 

Totensonntag

Nebel wabert über Marmorquadern
oder grauen Kreuzen aus Granit.
Menschen dumpf mit ihrem Schicksal hadern:
"Warum nahm der Tod mein Liebstes mit?"

Konntest du nicht einen andern wählen,
Du vermaledeiter Sensemann?
Mußt Du ausgerechnet mich so quälen?
Wo hab Bösses ich getan und wann?

Doch was hilft zerstörerisches Grübeln?
Nicht nach Menschenmaßstab fällt die Wahl,
nicht nach guten Taten oder übeln,
nicht als Strafe oder schändlich Mal.

Leben wird im Kreislauf neu entstehen;
Zelle, Mensch, wie Blume auch und Baum,
doch das Wie und Wann bleibt ungesehen;
unergründlich, so wie Zeit und Raum.

Laßt uns an die guten Freunde denken
ohne Trübsal, doch voll Dankbarkeit;
Freude wollten sie uns, als sie lebten, schenken,
denkt an sie in stiller Heiterkeit.

Laßt die Seelen der Verstorb'nen gehen
bis zum Anbruch einer neuen Zeit.
Niemand weiß, ob wir uns wiedersehen.
Haltet euch für diesen Fall bereit !

(Trutzhart Irle)

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