Der
Hals ist mir trocken ...
Der
Hals ist mir trocken, als hätt ich verschluckt
die untergehende Sonne.
Herr Wirt! Eine Flasche Wein
aus eurer besten Tonne.
Es
fließt der holde Rebensaft
hinunter in meine Seele
und löscht bei dieser Gelegenheit
den Sonnenbrand der Kehle.
Und
noch eine Flasche , Herr Wirt! Ich trank
die erste in schnöder Zerstreuung,
ganz ohne Andacht! Mein edler Wein,
ich bitte dich drob um Verzeihung.
Jetzt
aber steck ich die Nas ins Glas
und ersthaft zuvor beguck ich
den Wein, den ich schlucke; manchmal auch,
ganz ohne zu gucken, schluck ich.
(Heinrich
Heine)
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