Lyrik und Poesie
- Sommergedichte -

Wunderschöne Gedichte zur Sommerzeit

Sommergedichte - Gedichte zum Sommer

Der Sommer ist die schönste Jahreszeit im Jahr. Die Tage sind lang, die Natur ist auf ihrem Höhepunkt - alles gedeiht und wächst. Die Luft ist mit Leben ausgefüllt. Es ist eine Zeit der Romantik, Spannung und großer Lebensfreude. Irgendwie scheint der Sommer nie lange genug anzudauern. Er ist so schnell vorbei, dass wir kaum eine Chance hatten, seine Schönheit in vollem Umfang erleben zu können. Aber das trifft bei allen schönen Dingen, die wir erleben, zu. Genießen wir bewußt diese Jahreszeit einfach ein bisschen mehr.

Butterblume

Sommerlied
(Emanuel Geibel)


O Sommerfrühe blau und hold!
Es trieft der Wald von Sonnengold,
In Blumen steht die Wiese;
Die Rosen blühen rot und weiß
Und durch die Felder wandelt leis'
Ein Hauch vom Paradiese.
Die ganze Welt ist Glanz und Freud,
Und bist du jung, so liebe heut
Und Rosen brich mit Wonnen!
Und wardst du alt, vergiß der Pein
Und lerne dich am Wiederschein
Des Glücks der Jugendsonnen.


Grillparty
(© by Harry Wolfanger 2017)


Sommer ist´s, die Vögel brüllen,
heute ist es Zeit zum Grillen,
Vater mäht schon mal den Rasen
Onkel Erwin killt den Hasen.
Ist das Tier dann erst mal nackig,
geht es mit dem Grillen zackig -
es wird dann Stück für Stück verzehrt
weil es sich ja nicht mehr wehrt.

Dazu gibt´s leckere Salate,
mit Nudeln, Eiern und Tomate.
Würstchen, Steaks und Frikadelle,
frisch- nicht aus der Mikrowelle !

Die Männer hauen rein wie doll
und saufen sich die Hucke voll.
Denn Bierchen gibt es reich vom Fass,
sonst macht das Ganze keinen Spaß..

Für die Kinder gibt es Wurst,
und reichlich Limo für den Durst.
Die Ami-Frikadellenschmieden
werden heut´ bewusst gemieden.

Opa kriegt ein Hasenbeinchen,
trinkt dazu ein lecker Weinchen
denn hat der Opa was zu knabbern
hört er endlich auf zu sabbern.

Der Hund hat sich in´s Eck verkrochen
und kümmert sich um Hasenknochen-

Die Frauen essen Erdbeertorte,
und reden furchtbar viele Worte,
zeigen ihre schönen Kleider,
die ihnen nicht mehr passen - leider!
singen sich die Kehlen heiser,
mache täten´s besser leiser -

Opa liegt schon auf dem Rasen -
es war wohl doch ein Wein zu viel,
er träumt noch von dem leck´ren Hasen,
und vom nächsten Fußballspiel -
...der Bengel stöhnt, die Mutter motzt,
weil er ihr in die Rosen kotzt.
vielleicht hat ja sein kleiner Magen
das Eis am Stiel nicht mehr vertragen...

Alle Mägen sind gefüllt,
die Vögel haben ausgebrüllt-
Der Grill ist leer, die Gäste voll -
die Sonne geht schon unter
„ auf Wiederseh´n, es war so toll -
bleibt nur gesund und munter !“
und laut es durch den Garten schallt -

„Das nächste Grillfest kommt schon bald.“


Sommerabend
(Rainer Maria Rilke)


Die große Sonne ist versprüht,
der Sommerabend liegt im Fieber,
und seine heiße Wange glüht.
Jach seufzt er auf: "Ich möchte lieber ..."
Und wieder dann: "Ich bin so müd ..."

Die Büsche beten Litanein,
Glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges Licht hinein;
und eine kleine weiße Rose
trägt einen roten Heiligenschein.


Sommerwind
(©Anita Menger 2009)


Behaglich sitz´ ich hier in diesem Garten
genieß´ den leichten, warmen Sommerwind.
Freu´ mich an Blumen, die in vielen Arten
und bunten Farben hier versammelt sind.

Belausche Vögel - suche zu entdecken
zu welchem Tier wohl jener Ruf gehört.
Die zwei dort scheinen sich verliebt zu necken -
ein and´rer schimpft - was ihn wohl so empört?

Begeistert meine Blicke weiter schweifen -
ich träume einfach nur so vor mich hin.
Versuche nichts Bestimmtes zu begreifen

und frag´ auch nicht nach meines Lebens Sinn.
Will diesmal nur die Möglichkeit ergreifen -
um mich zu freuen - daran, dass ich bin.


Die Nachtigall
(Theodor Storm)


Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

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Der Sommerfaden
(Ludwig Uhland)


Da fliegt, als wir im Felde gehen,
Ein Sommerfaden über Land,
Ein leicht und licht Gespinst der Feen,
Und knüpft von mir zu ihr ein Band.
Ich nehm' ihn für ein günstig Zeichen,
Ein Zeichen, wie die Lieb' es braucht.
O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,
Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht!


Schwüle
(Conrad Ferdinand Meyer)


Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag -
Sterne, Sterne - Abend ist es ja -
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah -
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruft
Mich beständig aus der Wassergruft -
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht -
Es war Zeit! - ein schwaches Flimmerlicht -
Denn ich wußte nicht, wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah.


Stimmungsbild
(Rainer Maria Rilke)


Graue Dämmerungen hängen
überm weiten Wiesenplan, -
müd, mit rotgelaufnen Wangen
kommt der Tag im Westen an.

Atemlos dort sinkt er nieder
hinter Hängen goldumsäumt,
seine lichtermatten Lider
fallen mählich zu. - Er träumt. -

Träumt manch sonnig Traumgebilde..
Leis vom Himmel schwebt dahin,
jetzt die Nacht und neigt sich milde,
Sterne lächelnd über ihn...


Es schauen die Blumen alle
(Heinrich Heine)


Es schauen die Blumen alle
Zur leuchtenden Sonne hinauf;
Es nehmen die Ströme alle
Zum leuchtenden Meere den Lauf.

Es flattern die Lieder alle
Zu meinem leuchtenden Lieb
Nehmt mit meine Tränen und Seufzer,
Ihr Lieder, wehmütig und trüb!


Guter Rat
(Theodor Fontane)


An einem Sommermorgen
da nimm den Wanderstab,
es fallen deine Sorgen
wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitre Bläue
lacht dir ins Herz hinein
und schließt, wie Gottes Treue,
mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
und Halme von Segen schwer,
dir ist, als zöge die Liebe
des Weges nebenher.

So heimisch alles klingt
als wie im Vaterhaus,
und über die Lerchen schwingt
die Seele sich hinaus.

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Liebe Sonne, scheine wieder
(Hoffmann von Fallersleben)


Liebe Sonne, scheine wieder,
schein die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
wieder über Berg und Tal!

Trockne ab auf allen Wegen
überall den alten Regen!
Liebe Sonne, lass dich sehn,
dass wir können spielen gehn!


Sommer
(Thekla Lingen)


Sieh, wie sie leuchtet,
Wie sie üppig steht,
Die Rose -
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
Nur haftet ihre Pracht -
Streift deine Lust sie,
Hältst du über Nacht
Die welken Blätter in der heissen Hand ...

Sie hatte einst den jungen Mai gekannt
Und muss dem stillen Sommer nun gewähren -
Hörst du das Rauschen goldener Ähren?
Es geht der Sommer über's Land ...


Spätsommer
(©Anita Menger 2009)


Zu dieser frühen Abendstunde
ein kalter Wind das Land durchweht.
Die Sonne schließt nun ihre Runde -
der blasse Mond am Himmel steht.

An solchen kühlen Sommertagen
spürst du - er geht dem Ende zu.
Schon will die Welt das Herbstkleid tragen
und bald liegt sie in Wintersruh´.


Feldeinsamkeit
(Hermann Allmers)


Ich ruhe still im hohen grünen Gras
Und sende lange meinen Blick nach oben,
Von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlaß,
Von Himmelsbläue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
Durchs tiefe Blau wie schöne stille Träume; -
Mir ist, als ob ich längst gestorben bin
Und ziehe selig mit durch ewge Räume.


Sommerbild
(Christian Friedrich Hebbel)


Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könnte, rot
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah dem Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
bewegte, sie empfand es und verging.

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Es war ein solcher Vormittag
(Christian Morgenstern)


Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte;
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.

Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis'
dicht unter dem durchsonnten Spiegel.


Wie freu`ich mich der Sommerwonne!
(Hoffmann von Fallersleben)


Wie freu`ich mich der Sommerwonne,
Des frischen Grüns in Feld und Wald,
Wenn`s lebt und webt im Glanz der Sonne
Und wenn`s von allen Zweigen schallt!

Ich möchte jedes Blümchen fragen:
Hast du nicht einen Gruß für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
Sing, Vöglein, sing und freue dich!

Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
Wer wollte sich nicht ihrer freu`n,
Wenn er durch frohe Frühlingslieder
Sich seine Jugend kann erneu`n?

Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
Da wo ich bin, da bin ich gerne,
Denn meine Heimat ist mein Herz.


Von den heimlichen Rosen
(Christian Morgenstern)


Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.

Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,
als wie ein Wind in einen Wald
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.


Nach dem Regen
(Ada Christen)


Die Vögel zwitschern, die Mücken
Sie tanzen im Sonnenschein,
Tiefgrüne feuchte Reben
Gucken ins Fenster herein.

Die Tauben girren und kosen
Dort auf dem niedern Dach,
Im Garten jagen spielend
Die Buben den Mädeln nach.

Es knistert in den Büschen,
Es zieht durch die helle Luft
Das Klingen fallender Tropfen,
Der Sommerregenduft.


Roter Mohn
(Otto Bierbaum)


Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn,
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist,
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst.

Dann verebbt, was uns bedroht,
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt.

Glaube nur, es wird geschehn!
Wende nicht den Blick zurück!
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn,
und die Sonne lacht uns Glück!

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Der Winter ging ...
(Wilhelm Busch)


Der Winter ging, der Sommer kam,
er bringt aufs Neue wieder
den viel beliebten Wunderkram
der Blumen und der Lieder.

Wie das so wechselt Jahr um Jahr,
betracht ich fast mit Sorgen.
Was lebte, starb, was ist, es war,
und heute wird zu morgen.

Stets muss die Bildnerin Natur
den alten Ton benutzen
im Haus und Garten, Wald und Flur
zu ihren neuen Skizzen.


Es war, als hätt der Himmel
(Joseph von Eichendorff)


Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis' die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.


Und blüht der Weizen
(Johann Wolfgang von Goethe)


Und blüht der Weizen, so reift er auch,
das ist immer so ein alter Brauch.
Und schlägt der Hagel die Ernte nieder,
übers andere Jahr trägt der Boden wieder.


Der Hügel
(Christian Morgenstern)


Wie wundersam ist doch ein Hügel,
der sich ans Herz der Sonne legt,
indes des Winds gehalt'ner Flügel
des Gipfels Gräser leicht bewegt.

Mit bunten Faltertanz durchwebt sich,
von wilden Bienen singt die Luft
und aus der warmen Erde hebt sich
ein süßer hingeb'ner Duft.


Wie liegt die Welt ...
(Wilhelm Busch)


Wie liegt die Welt so frisch und tauig
vor mir im Morgensonnenschein.
Entzückt vom hohen Hügel schau ich
ins grüne Tal hinein.

Mit allen Kreaturen bin ich
in schönster Seelenharmonie.
Wir sind verwandt, ich fühl es innig,
und eben darum lieb ich sie.

Und wird auch mal der Himmel grauer;
wer voll Vertrau'n die Welt besieht,
den freut es, wenn ein Regenschauer
mit Sturm und Blitz vorüberzieht.


Sommer
(Johann Wolfgang von Goethe)


Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.

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Am Strand
(copyright Susanne Liebelt)


Wogendes glänzendes Dünengras
Kreischende Möwen hoch in der Luft
In der Betrachtung der Schönheit
Ist Gott mir nah


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