Wenn
die Nacht in die Büsche kriecht
Wenn
die Nacht in die Büsche kriecht
entspannen sich die Wege im Park.
Auf den Teichen fallen die Seerosen aus,
und die Weiden am Ufer trauern tiefer.
Wenn
die Nacht in die Büsche kriecht
beginnen Falter den Glühwürmchentanz
und geraten dabei ins Schwärmen.
Hinter Magnolienbäumen verenden ein paar heiße
Schwüre,
die vielleicht ein Kauz beweint.
Wenn
die Nacht in die Büsche kriecht
sind die Bänke sich selbst überlassen
mit tränenden Herzen, von Pfeilen durchbohrt.
Zeit, die Narben zu kühlen ihrer eintätowierten
Wunden
aus der Vergangenheit.
Wenn
die Nacht in die Büsche kriecht
schleicht sich Trostlosigkeit ein.
Im Rucksack die Zeitung von gestern und dem Rest der Träume,
abgefüllt in Rotweinflaschen.
Dann
schlägt Tristesse ihre Zelte auf
und teilt sich die Wärme müder Streichholzflammen
mit verletzten Gefühlen
bis zum Sonnenaufgang.
Wenn
die Nacht aus den Büschen kriecht..
(Heide
Kunz-Traubert)
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